Zahnarztbesuch – ein ernsthaftes Problem für viele Menschen

"Sie alle kennen das: Nach langer Überwindung haben Sie endlich den längst überfälligen Termin beim Zahnarzt gemacht. Bereits kurz nach Betreten des Wartezimmers kommen die ersten Angstwellen. Dringen dann auch noch die hässlichen Bohrgeräusche an Ihr Ohr, ist es oft mit der Contenance (aus dem Französischen für Selbstbeherrschung, Fassung, Haltung) schnell vorbei. Da Sie aber zu den tapferen der Zahnarzt-Ängstlichen gehören, verharren Sie dennoch. Wären Sie nun doch fluchtartig der Praxis entfleucht, wäre dass rein statistisch gesehen allerdings auch nicht unbedingt verwunderlich. Denn nach einer Forsa-Umfrage der Technikerkrankenkasse haben in Deutschland etwas 19 Prozent der Bevölkerung – das ist immerhin fast jeder Fünfte – vor jedem Zahnarztbesuch Angst. Wohnen Sie wohl möglich noch dazu in Baden-Württemberg, steigt diese Rate sogar auf erstaunliche 29 Prozent; es folgen Hamburg mit 23 und Mecklenburg-Vorpommern mit 18 Prozent. Scheinbar wesentlich weniger ängstlich in Sachen Zahnarztbesuch sind die Bayern mit gerade einmal 15 Prozent. Steht ein größerer Eingriff an, ist es sogar jeder Vierte, der mit der Angst vor dem Weißkittel zu kämpfen hat. Nun ist dieses ´ungute Gefühl´ in Verbindung mit dem Zahnarztbesuch nach fachkundiger Auffassung von Psychologen allerdings etwas ganz Normales. Schließlich kommen zu den ungewohnten Gerüchen, der sterilen Umgebung und dem „vermummten“ (Mundschutz) Behandler häufig auch noch die - meist mit Schmerz in Verbindung gebrachten - Bohrgeräusche hinzu. Wirklich entspannt kann da wohl kaum jemand bleiben. Wird diese ´normale´ Angst allerdings wesentlich stärker, sollte man sich nicht scheuen, möglichst früh fachkundigen Rat einzuholen. Hier stehen Krankenkassen und natürlich auch die Zahnärzte selbst gern mit Rat und Tat zur Seite. Mittlerweile gibt es für diese Angst geplagten Patienten zahlreiche Möglichkeiten und Therapien, Ihre Zahnarzt-Phobie (aus dem Altgriechischen für phobos = Furcht/Angst) in den Griff zu bekommen. Die Forsa-Umfrage ergab zudem, dass das größte Übel in der Zahnarztpraxis nach wie vor das Bohren am Zahn ist. 49 Prozent der Befragten gaben dieses zu verstehen. Unmittelbar auf den Fuß folgt mit 47 Prozent die Wurzelbehandlung und mit 45 Prozent das Ziehen eines Zahnes. Seltsamer Weise empfanden das Spritzen der Narkose lediglich 31 Prozent als unangenehm. Dennoch: Wohl dem, der all diese Behandlungen noch nicht über sich hat ergehen lassen müssen. Denn: Hat man erst einmal unangenehme Erfahrungen beim Zahnarzt gemacht, manifestiert sich dies in unseren schlauen Köpfchen. Die Folge: Wir lassen uns gern dazu verleiten, den nächsten Zahnarzt-Termin vor uns herzuschieben. Genau das tut – ebenfalls laut Forsa-Umfrage – mittlerweile jeder siebte Bundesbürger. Da werden eher Zahnschmerzen in Kauf genommen, als mal eben schnell ein Fachmann konsultiert. Aber seien Sie sich´s gewiss: Besser wird es mit einem Zahnschmerz in der Regel leider nicht von allein. Noch ein Tipp für die künftigen regelmäßigen Behandlungstermine: Machen Sie direkt nach erfolgter Behandlung wieder einen Kontrolltermin in einem halben Jahr aus. Das spart dann allein schon mal die tage- oder mindestens stundenlange Überwindung, endlich doch den Telefonhörer in die Hand zu nehmen und den nächsten Zahnarzt-Termin zu fixieren."

(Meldung vom 25.09.2009)

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