Schiefzahn – Kosten der KfO oder was zahlt die Kasse

Kommen wir zum wohl unbeliebtesten Punkt in der Kieferorthopädie: den Kosten. Was übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen? Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen für eine medizinisch notwendige kieferorthopädische Behandlung ab einem definierten Schwierigkeitsgrad und bei Behandlungsbeginn vor dem 18. Lebensjahr, zunächst einen Kostenanteil von 80 Prozent der Gesamtkosten der Behandlung (beim zweiten Kind sind es immerhin sogar 90 Prozent). Problem: Die Betonung liegt ganz eindeutig auf der medizinischen Notwendigkeit und die vom zahnärztlichen Dienst der gesetzlichen Kassen im Jahr 2001 neu definierten Schwierigkeitsgrade – und damit der Rahmen für die medizinische Notwendigkeit - sind extrem eng gefasst. Das heißt, dass seither in der Regel wirklich nur derjenige eine Bezuschussung zur Kfo-Behandlung erhält, bei dem selbst der zahnmedizinische Laie schon sieht, dass dieser Mundraum Hilfe dringend nötig hat. Und da sich das auf absehbare Zeit wohl auch nicht ändern wird, empfehlen mittlerweile nicht nur private Versicherer den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung. Zum Ablauf der Erstattung: Im Normalfall schickt der Kieferorthopäde – selbstverständlich nach ausführlicher Befunderhebung und vorheriger Genehmigung der Behandlung durch die Krankenkasse - die Rechnung der kompletten Behandlung an den Patienten und an die Krankenkasse. Die Kasse zahlt ihren 80 prozentigen Anteil direkt an den Arzt. Die übrigen 20 Prozent sind vom Patienten vorab an den Zahnarzt zu zahlen. Wird die Behandlung – meist nach Jahren - erfolgreich abgeschlossen, erhält der Patient diesen gezahlten Eigenanteil von der Kasse zurück. Allerdings kann die Kasse die Zahlung bei mangelndem Behandlungserfolg auch ablehnen. Momentan muss man für eine kieferorthopädische Behandlung ganz grob einmal mit circa 1700 bis 2300 Euro für eine herausnehmbare, beziehungsweise circa 2000 bis 4500 Euro für eine festsitzende Variante rechnen. Grundsätzlich sind diese Kosten aber extrem abhängig vom Einzelfall und können daher nicht genauer angegeben werden. Da das ja nun wirklich kein Pappenstiel ist, empfiehlt es sich in jedem Fall, mögliche Beratungsangebote vor, während und auch nach der Kfo-Behandlung durch die Zahnärzte und die Krankenversicherer rege zu nutzen. Denn: Wer verzichtet schon das eine oder andere Jahr auf den wohlverdienten Sommerurlaub mit der Familie, wenn dann die dafür verantwortliche Kfo-Behandlung des Nachwuchses doch nicht das erwünschte Ergebnis erzielt?

(Meldung vom 16.09.2009)

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