Aloe Vera – der Wunderstoff auch gegen Karies?

Die Pflanze Aloe Vera (botanisch Aloe vera barbadensis Miller) – oder die Zweitbezeichnung Wüstenlilie - kennt ja mittlerweile wohl nahezu jeder. Sei es aus zahlreichen Pflegeprodukten für Haut und Haar oder auch als gesundheitliches Aufbaumittel für eine starke Abwehr, gesunde Schleimhäute oder einen gesunden Darm. Hilft Sie auch gegen Karies? Vor Kurzem hat die Universität Yenepoya in Indien festgestellt, dass ein Zahnreinigungs-Gel mit Aloe Vera-Extrakten genau so gute Ergebnisse in Sachen Kariesvorsorge erzielen soll, wie zwei der meist gekauften herkömmlichen Zahnpasten. Entsprechende Veröffentlichungen finden sich in der zahnärztlichen Fachzeitschrift „General Dentristy“ für Kanada und die USA. Ausschlaggebend für die wunderbare Bakterienabwehr im Mundraum ist der Pflanzeninhaltsstoff Anthracen, der in der Aloe Pflanze in vergleichsweise hoher Konzentration vorhanden ist. Ganz nebenbei: In der Aloe Pflanze sind bisher etwa 160 aktive Inhaltsstoffe bekannt – das ist schon überaus beachtlich. Bislang fand der unter anderem entzündungshemmende Wirkstoff Anthracen meist in Heil- und Schmerzmitteln Verwendung. Vor allem Menschen mit überempfindlichen Zähnen oder Zahnfleisch könnten also künftig von dieser milderen Alternative zu den gängigen, teils recht aggressiv agierenden Inhaltsstoffen der Zahnpasten profitieren. Allerdings ist auch bei dieser pflanzlichen Alternative wie immer zunächst Vorsicht geboten. Sollten Sie überempfindliche Zähne oder Zahnfleisch haben, sollten Sie auch vor dem Einsatz eines solchen pflanzlichen Produktes in jedem Fall mit Ihrem Zahnarzt Rücksprache halten. Denn nicht alle dieser zwischenzeitlich auf dem Markt befindlichen Pflanzen-Heilmittel sind unbedenklich empfehlenswert. So weisen die Zahnmediziner der Studie darauf hin, dass nur das Gel aus der unmittelbaren Mitte der Pflanze die antibakterielle Wirkung besitzt. Außerdem darf der empfindliche Wirkstoff im Produktionsprozess nicht zu stark erhitzt oder gefiltert werden, da ansonsten die wirksamen Enzyme und Polysaccharide Schaden nehmen und damit die Wirksamkeit nahezu gegen Null tendiert. Ein wesentliches Problem stellt auch die Anbauweise der Pflanzen dar. Hier sollten Sie unbedingt darauf achten, dass es sich um ein ökologisch angebautes Pflänzchen handelt – nur dann können Sie sicher sein, dass nicht im Unverstand Pestizide bei der Anzucht zum Einsatz kamen. Wollen Sie in dieser Beziehung auf Nummer sicher gehen, können Sie zum Beispiel beim Aloe Science Council Auskünfte (im Netz auch in Deutsch) über die Qualität verschiedener Produkte einholen.

(Meldung vom 11.09.2009)

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