Adé Käpt´n Schiefzahn II – Spangentypen

Hält der Kieferorthopäde eine Behandlung für medizinisch notwendig, wird er zur Diagnosefindung Abdrücke von Ober- und Unterkiefer sowie in den meisten Fällen auch Röntgenaufnahmen anfertigen. Oft kommt noch eine Röntgenaufnahme des gesamten Schädels hinzu, anhand derer der knöcherne Aufbau des Kopfes deutlich wird und eine Vorhersage für das Kieferwachstums gemacht werden kann. Bevor dann die eigentliche Spange in den Mund kommt, sind noch zahlreiche weitere Untersuchungen erforderlich. Um im Dschungel der Korrekturmöglichkeiten ein bisschen klarer zu sehen, geben wir Ihnen einen groben Überblick über die momentanen Spangenvarianten. Welches Exemplar bei Ihrem Kind letztendlich zum Einsatz kommt, ist abhängig von der Art der Zahn- und Kieferfehlstellung. Die Entscheidung hierüber sollten Sie in jedem Fall dem Fachmann – dem Kieferorthopäden – überlassen. Herausnehmbare Spangen - nennt man auch „Platten“ oder Aktivatoren. Ihr Einsatzgebiet liegt in jedem Fall nur bei einfachen Fehlstellungen. Ihre Vorteile liegen zum einen in der einfachen Reinigung und außerdem darin, dass sie bei bestimmten Anlässen auch einfach mal rausgenommen werden können. Schäden an Zahnwurzeln oder am Zahnhalteapparat treten seltener auf. Die Nachteile dieser lockeren Lösung: Die Korrekturergebnisse sind in der Regel nicht so prickelnd und meist zieht sich die Behandlungsdauer länger hin, als bei festsitzenden Apparaturen. Im Endeffekt folgt auf das „mobile“ Exemplar daher häufig doch noch die festsitzende Variante. Außerdem: Was locker ist, geht leider auch oft verloren oder wird aufgrund unsachgemäßer Lagerung (Hosentasche und Co.) schnell mal beschädigt. Lästig ist den Kiddies häufig auch die durch die Platten verursachte nuschelige Aussprache. Festsitzende Apparaturen - Mit diesen Lösungen werden selbst bei Jugendlichen und Erwachsenen mit ausgeprägten Zahn- und Kieferfehlstellungen sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Vorteile von Brackets und Bögen liegen eindeutig in der wesentlich kürzere Behandlungszeit. Da die Apparatur stets im Mund ist, kann sie weder verloren gehen, noch vergessen werden. Auch die Sprache wird durch diese Korrekturform wesentlich weniger gestört, als bei den „Platten“. Die Nachteile liegen vor allem in der schwierigeren Reinigung der feinen Schräubchen und Drähtchen. Hier sammeln sich sehr schnell Speisereste an, die akribisch beseitigt werden sollten, möchte man eine drohende Karies umgehen. Auch harte Lebensmittel, wie rohe Karotten oder knuspriges Brot sowie klebrige Nahrung können die feinen Gebilde an den Zähnen schnell mal schädigen. Ein weiterer Nachteil liegt in der Natur der Zähne, nach einer Therapie gern wieder in die alten Strukturen zurück zu wollen. Headgear - sind aus Kindersicht wohl die absolut unbeliebteste Variante einer Korrekturmöglichkeit. Die immer sichtbaren und wahrlich nicht unbedingt hübschen Außenspangen nutzen den Kopf als stabilen Ansatzpunkt und können daher große und vor allem gleichmäßige Kräfte entwickeln. Zahnmedizinisch also ein absolut sinnvolle Sache, die entsprechend effektiv „arbeitet“: In der Regel reicht ein Tragen von täglich 12 Stunden. Bei einigen Zahn- und Kieferproblemen (zum Beispiel bei der Verschiebung der Oberkieferzähne nach hinten) gibt es häufig keine Alternative zu diesen „hässlichen“ Dingern. Invisalign - sind durchsichtige Kunststoff-Schienen, die ständig getragen werden und entsprechend häufig – nämlich in der Regel alle zwei Wochen – ausgetauscht werden. Sie können zur Korrektur kleiner bis mittlerer Zahn- und Kieferfehlstellungen oder aber auch nach einer bereits abgeschlossenen Behandlung zur Vorbeugung des Rückfalls der Zähne in die alten Bahnen eingesetzt werden. Extremer Nachteil: Sie sind sehr teuer. Extremer Vorteil: Sie sehen hübscher aus, als herkömmliche Brackets und lassen sich ganz einfach reinigen. Wussten Sie eigentlich, dass die erste „quasi kieferorthopädische“ Behandlung das Stillen ist? Die Säuglinge müssen beim Saugen extrem schwer arbeiten – oft hört man das auch an ihren kleinen Stöhnern. Das Saugen trainiert die Kaumuskulatur, regt das Wachstum des Unterkiefers an und fördert eine harmonische Entwicklung von Ober- und Unterkiefer.

(Meldung vom 02.09.2009)

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