Zeig her Deinen Zahnbelag

"Kernziel der häuslichen Zahnpflege ist und bleibt die unermüdliche und gründliche Entfernung des Zahnbelages. Sie haben mittlerweile die richtige Zahnbürste, wissen technisch mit diesem Gerät auch perfekt umzugehen und tun das natürlich auch regelmäßig. Bleibt wie bei so vielen Dingen die Frage, ob noch mehr machbar ist. Klare Antwort – na klar: Zeigen Sie sich selbst doch mal Ihren Zahnbelag. Aber wie?, werden Sie zu Recht fragen. Schließlich ist der „kariesumwobene“ Plaquebelag ja mit bloßem Auge fast nicht sichtbar. Als Erwachsene mit schulpflichtigen Kindern kennen Sie dieses Sichtbarmachen des eigentlich unsichtbaren Belages allerdings bestimmt aus der Zahnarztpraxis. Einige nette Hilfsmittelchen gibt es auch für daheim – in der Apotheke oder der Drogerie werden Sie sicher fündig. Am einfachsten geht das Anfärben der Beläge mit sogenannten Plaque-Revelatoren (aus dem Lateinischen von revelare = enthüllen). Diese Färbemittel gibt es in Tablettenform, als Lösung oder auch als mit Lösung getränkte Wattebäuschchen. Die Tabletten werden zerkaut, anschließend der Mund mit Wasser ausgespült; die flüssigen Varianten verteilen sich von allein im Mund oder werden per Wattebäuschchen direkt auf die Zahnoberfläche aufgebracht. Aber Achtung: Der Farbstoff ist aus Kleidungsstücken so gut wie unwegbar – will sagen: Geht nicht mehr raus. Tragen Sie bitte vor der Behandlung auf die Lippen noch etwas Vaseline oder Balsam auf, so umgehen Sie einen etwas länger bleibenden Brombeermund. Für Ihre Kiddies ist der Effekt der sogenannten Differentialfärbung besonders eindrucksvoll. Diese Färbemittel enthalten Lebensmittelfarbstoffe (zum Beispiel Phloxin B oder E 133). Sie färben ältere Plaque rötlich, jüngere Plaque bläulich. Das sieht nicht nur extrem witzig aus, sondern macht mit fast einem einzigen Blick ganz eindeutig die seit längerem bestehenden Schwachstellen beim Putzen deutlich. So können Sie und Ihr Nachwuchs beim künftigen Putzen gezielt diese Problemzonen angehen. Und keine Angst: Setzen Sie die Farb-Helfer abends ein und putzen anschließend ausgiebig die Zähne, sollten die letzten Farbreste bis nach dem Frühstück und der selbstverständlich nochmals folgenden Zahnreinigung, wieder vollkommen verschwunden sein. Beim Einkauf derartiger Färbemittel sollten Sie allerdings ein paar Dinge im Kleingedruckten beachten: - Kristallviolett, Fuchsin oder Malachitgrün sollten nicht mehr zur Anwendung kommen, da sie mittlerweile nicht mehr als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden; - Erythrosin sollte bei einer bekannten Jodallergie ebenfalls nicht eingesetzt werden. Hier wären Patentblau oder die Differentialfärbemittel zu bevorzugen. Ihrer Zahnarztpraxis steht ein weiteres Verfahren zur Verfügung: Das Einfärben mit Natrium-Fluorescein. Dieser Farbstoff kann – wie der Name schon besagt - nur mit einer speziellen Lampe sichtbar gemacht werden, tritt also im Tageslicht gar nicht in Erscheinung. Übrigens sind die Färbeverfahren in der gesetzlichen Basisprophylaxe enthalten und werden ab dem sechsten Lebensjahr von den Krankenkasse erstattet. Eine etwas aufwändigere Methode, die Plaque-Bakterien sichtbar zu machen, gäbe es mit einem Mikroskop. Hierfür benötigen Sie mindestens eine hundertfache Vergrößerung, mit der Sie dann allerdings die zahlreichen einzelnen (Mikrokokken), doppelten (Diplokokken) und zu Kugeln verklebten (Streptokokken), dicken und dünnen, geraden und gekrümmten Stäbchen (Laktobazillen, Nocardien und andere), Fäden und spiral- oder schraubenförmigen Bakterien (Spirochaeten) sowie andere Mikroorganismen einmal in „Äktschen“ beobachten. So können Sie Karius und Baktus für sich selbst und Ihre Kleinen wirklich mal erlebbar machen."

(Meldung vom 25.08.2009)

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