Dritte Zähne - besserer Halt

Oh je! Ihr Zahnarzt hat mit viel Aufwand den Zahnersatz bis zum optimalen Sitz mehrfach angepasst, aber schon nach wenigen Monaten hält er nicht mehr perfekt. Viele Prothesenträger kennen das Problem! Wie kommt es dazu? Normalerweise leiten die Zähne den Kau-Druck in den Kieferknochen weiter. Mit einer Prothese wird der Kaudruck dagegen über die Mundschleimhaut auf den Kiefer übertragen. Diese veränderte Druckbelastung hat zur Folge, dass sich der Kieferknochen langsam abbaut. Die Prothese verliert entsprechend ihren guten Sitz. Je besser die Passform, desto länger gut anhaltender Sitz Die Umbauprozesse des Kieferknochens schreiten individuell sehr unterschiedlich voran. Bei einigen Menschen wackelt die Vollprothese schon nach kurzer Zeit, bei anderen sitzt sie auch noch nach Jahren wie angegossen. Besonders am Anfang nach dem Zähneziehen laufen im Kieferknochen intensive Um- und Abbauvorgänge ab. Der Druck auf Mundschleimhaut und Kiefer verteilt sich umso besser, je besser der Zahnersatz angepasst ist. Sitzt die Prothese nicht richtig, wirkt der Kaudruck ungleichmäßig. An den stärker belasteten Stellen beschleunigt sich die Knochenrückbildung. Auch im Nachhinein sind Anpassungen möglich Ihr Zahnarzt sollte deshalb den Sitz Ihrer Prothese im Abstand von etwa einem dreiviertel Jahr überprüfen. Hohlräume unter dem Gebiss werden unterfüttert, so dass die Prothese durch eine gleichmäßige Auflage wieder richtig sitzt. Bei richtigem Sitz genügt der Hafteffekt des Speichelfilms zwischen Prothese und Mundschleimhaut, um die Dritten fest sitzen zu lassen. Haftmittel helfen und beugen auch Druckstellen vor Haftmittel können besonders in der Eingewöhnungszeit zusätzliche Sicherheit geben. Sie enthalten Alginate oder Methylcellulose, sogenannte Quellstoffe, die ein dünnes, elastisches Polster unter der Prothese bilden. Damit verbessern sie den Halt der Prothese und beugen auch Druckstellen vor, da sie gleichzeitig den Prothesenrand abdichten. So wird verhindert, dass Speisereste unter die Prothese gelangen, die Entzündungen verursachen können. Haftmittel – die Unterschiede? Haftmittel unterscheiden sich vor allem in der Konsistenz und sind auf unterschiedliche Speichelmengen abgestimmt. Bei eher stärkerer Speichelbildung empfiehlt sich ein Haftpulver, da es überschüssigen Speichel besser aufnimmt. Bei schwacher und normaler Speichelbildung gleicht eine Haftcreme die fehlende Flüssigkeit im Mund besser aus. Tipps für die Pflege der Dritten Wie Ihre eigenen Zähne, müssen die Dritten genauso gründlich geputzt werden. Denn auch auf ihnen setzen sich Bakterien und Beläge fest, die Entzündungen und Mundgeruch auslösen können. - Nach jedem Essen den Zahnersatz unter fließendem Wasser abspülen. - Mindestens einmal täglich sollte die Prothese gründlich gereinigt und gebürstet werden. Hierfür gibt es spezielle Prothesenbürsten, die auch schwer zugängliche Stellen erreichen. Verwenden Sie eine spezielle Prothesen-Zahnpasta, die die Oberfläche der Prothese nicht aufraut. Vergessen Sie nicht, die Unterseite der Prothese gründlich zu putzen. - Einmal täglich die Dritten mit einem Gebissreiniger pflegen. Dieser enthält Reinigungssubstanzen, die Beläge ablösen und desinfizierende Stoffe, die Keime abtöten.

(Meldung vom 22.08.2009)

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