Das Baby ist da: Daumenlutscher oder Schnuller-Alarm?

Alle Babies nuckeln gern: Es beruhigt und entspannt immens. Am schönsten nuckelt es sich natürlich an Mamas Brust – aber das geht ja leider nicht dauerhaft. Häufig ist es bereits auf den Ultraschallbildern eindeutig zu sehen: Das Kleine nuckelt genüsslich an seinem schon jetzt entdeckten Seelentröster – dem Daumen. Das heißt aber nicht, dass Ihr Kind, sobald es auf der Welt ist, in jedem Fall ein Daumenlutscher wird. Allerdings ist sich die Fachwelt einig, dass der „ambulante“ Daumenersatz – der mobile Schnuller oder Beruhigungssauger – auf Dauer doch die geringfügig bessere Variante darstellt, als der stets und stetig vorhandene Daumen. Daumen lutschende Kinder weisen nach geraumer Zeit bereits den „offenen Biss“ auf. Das heiß, dass der Ober- und der Unterkiefer einfach nicht mehr schlüssig aufeinander passen. Auch die Lage der Zunge wird durch den Druck des Daumens negativ beeinflusst: Sie liegt zu weit vorn an den Zähnen und stört beim Sprechen - das Kind neigt stärker zum Lispeln. Lutschen die Minis sehr lange am Daumen, ist eine kieferorthopädische Korrektur meist unumgänglich. Beim Einsatz eines Schnullers entfällt zwar der nach hinten schiebende Druck auf den Unterkiefer – der Vorschub auf den Oberkiefer aber bleibt. Dementsprechend ist der dosierte Gebrauch eines kiefergerechten Nuckels geringer kieferschädigend als der Daumen. Die Betonung liegt hier aber ganz klar auf „kiefergerecht“. In den letzten 60 Jahren (der Schnuller feiert in 2009 seinen 60zigsten) hat sich auf diesem Gebiet sehr viel getan. Waren die ersten Nuckel rund und groß, sind mittlerweile die möglichst kleinen, flachen Schnuller angesagt. Lassen Sie sich als Eltern nicht von der bunten Vielfalt der Beruhigungshilfen ablenken. Fragen Sie gegebenenfalls Ihren Zahnarzt nach einer passgenauen Nuckelhilfe für die Kleinen – der kann Ihnen garantiert gute Tipps zum passenden Sauggerät geben. Entwöhnung Gute Tipps sind allerdings auch für die Entwöhnung von der Nuckelhilfe vonnöten. Eigentlich sollte der Schnuller bereits mit Einsatz der ersten festen Nahrung aus dem Mund des Kindes verbannt werden – also etwa mit Ende des ersten Lebensjahres. Das gelingt allerdings nur in den wenigsten Fällen. Spätestens mit dem zweiten Lebensjahr gehört der Nuckel aber in jedem Fall möglichst nur noch nachts in den Mund. Tagsüber ist Schnullerverbot, sonst sind Verformungen des Kiefers und krumme Milchzähne programmiert. Für die Verabschiedung vom Schnullerleben benötigen Sie eigentlich nur zwei Dinge: Viel Geduld und Fantasie. Schnullerbaum, Schnullerfee, Schnuller auf Weltreise... Geben Sie sich und Ihren Kleinen Zeit fürs Loslassen vom treuen Nuckel-Kameraden. Probieren Sie aus, welcher Abschied Ihrem Kind am wenigsten schwerfällt.

(Meldung vom 11.08.2009)

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