Schwangerschaft – was sollte ich jetzt schon für meine und die Zahngesundheit meines Kindes unbedingt beachten?

Die Zeit der Schwangerschaft ist für die meisten Frauen eine richtig schöne Zeit: Sie sind voller Elan, achten auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend frische Luft und Bewegung. Sie gönnen sich mal eine Auszeit und genießen das Leben mit zunehmenden Rundungen in vollen Zügen. Durch die wesentlich stärkere Durchblutung der Schleimhäute wird das gesamte Gewebe des Körpers aufgelockert. Und diese Lockerung macht leider auch vor dem Zahnfleisch nicht Halt. Trotz extrem weicher Zahnbürsten und sanfter Putzmethoden tritt häufiger mal Zahnfleischbluten auf. Diese Mikro-Verletzungen führen – vor allem in den ersten Schwangerschaftsmonaten - wiederum häufiger zu Entzündungen des Zahnfleisches bis hin zur manifesten Parodontitis (früher Parodontose). Gute Zahnpflege und auf Süßes verzichten Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, sollte eine akribische Oralpflege Ihr täglicher Begleiter sein. Sprechen Sie auch mit Ihrem Zahnarzt über Ihre Schwangerschaft. Gegebenenfalls wird er Sie für diese kritische Zeit (für Zähne und Zahnfleisch) in ein professionelles Prophylaxeprogramm aufnehmen und einen individuellen Behandlungsplan für die „Zeit zu Zweit“ für Sie erstellen. Mittlerweile ist nämlich wissenschaftlich erwiesen, dass chronische Entzündungszustände – wie bei einer Parodontitis – das Risiko einer Frühgeburt maximal erhöhen. Kommt es gottlob nicht zu einer solchen Frühgeburt, sind die Neugeborenen in vielen Fällen extrem untergewichtig. Außerdem sollten Sie während der Schwangerschaft auf den exzessiven Genuß von Süßem und Saurem möglichst verzichten. Der vermehrt produzierte Speichel von Schwangeren ist nämlich auch so schon relativ sauer und greift entsprechend schnell und stark den Zahnschmelz an. Sollten Sie zu den Frauen gehören, die sich häufiger Übergeben müssen, sollten Sie unbedingt nach jedem „Ereignis“ Ihren Mund kräftig mit Wasser ausspülen, um die Säureattacke im Mund im Rahmen zu halten.

(Meldung vom 07.08.2009)

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