Tannenbäumchen zur Zahnpflege?

Das man die Zähne täglich mindestens zweimal putzen sollten, ist hinlänglich bekannt. Das das in vielen Fällen aber längst nicht ausreicht, um eine eventuelle, sich schleichend entwickelnde Karies zwischen den Zähnen zu umgehen, ist ein anderes Thema. Fragen Sie mal in Ihrem Bekanntenkreis, wer sich ab und an mal eine professionelle Zahnreinigung gönnt, weil er das tägliche Zähneputzen ja eigentlich doch nur schnell zwischen Tür und Angel und dem ersten oder letzten Telefonat des Tages erledigt. Da werden Sie bestimmt eher die Fraktion Mensch finden, die regelmäßig zur Fußpflege geht. O.k. – Füße sind natürlich auch wichtig. Aber wesentlich anfälliger, da ständigen Säure- und Zuckerattacken ausgesetzt, sind ja wohl doch die Zähne, oder? Und um diese echt gut zu reinigen, reicht das alleinige Zähneputzen mit Bürste (egal ob per Hand oder per Maschine) einfach nicht aus. Nun ist die Handhabung von Zahnseide nicht wirklich jedermanns Sache. Daher kamen pfiffige Menschen auf die Idee, sogenannte Interdentalbürstchen (Zahnzwischenraumbürstchen oder eben auch Tannenbäumche genannt) zu entwickeln, um auch die Zahnzwischenräume perfekt reinigen zu können. Richtige Anwendung Allerdings ist ihr richtiger Einsatz gar nicht mal so leicht. Möchten auch Sie diese kleinen Bäumchen einmal nutzen, lassen Sie sich für die richtige Handhabung am besten vom geschulten Praxisteam Ihres Zahnarztes unterrichten. Die Fachfrauen können Ihnen dann auch gleich die für Sie passende Größe der Zahnzwischeraumbürstchen nennen. Der Einsatz der kleinen Bürsten ist in jedem Fall den erwachsenen Menschen vorbehalten. Kinder sind mit ihrer Handhabung motorisch meist noch überfordert. Außerdem sind die anatomischen Verhältnisse im Kindermund in der Regel vor allem eines: eng. Da passen selbst die feinsten Exemplare der Mini-Bürstchen nicht in die Zwischenräume. Gut nutzbar sind die feinen Dinger allerdings – etwas zweckentfremdet – zum Putzen der frisch durchbrechenden Zähnchen der Kleinen. Gerade diese – oft noch von etwas Zahnfleisch überwachsenen Zähnchen sind nämlich extrem anfällig für die Kariesbakterien, da die umliegenden Zähne viel höher sind und daher die Bürste an die kleinen „Stümpfchen“ daher gar nicht dran kommt. Konzipiert wurden die Interdentalzahnbürsten eigentlich für Erwachsene mit vergrößerten Zahnzwischenräumen. Besonders empfehlenswert sind diese Zusatzinstrumente für Patienten mit Zahnfleisch-Erkrankungen, da sie durch ihre spezielle Form prima von der Wangenseite aus in die Zahnzwischenräume eingeführt werden können und die weichen Bürstchen eine sanfte und dennoch perfekte Reinigung ermöglichen. Aber bitte: Die professionelle Einweisung in der Handhabung dieser Minibürsten ist ein Muss – und zwar vor der ersten selbständigen Nutzung. Bei bestehenden Zahnfleisch-Entzündungen gibt es nämlich nichts Schlimmeres, als eine unsachgemäße Handhabung jedweder Instrumente.

(Meldung vom 03.08.2009)

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