Die Sache mit dem Fluorid

Fluoride kommen überall in der Natur vor: Im Boden, in der Luft und auch im Wasser. Daher sind sie ein natürlicher Bestandteil der Nahrung und gelangen so auch in den menschlichen Körper. Die Resorbierung (=Aufnahme) erfolgt über den Magen- und Darmtrakt. Fast das gesamte (99 Prozent) aufgenommene Fluorid wird in Zähnen und Knochen des Menschen eingelagert. Wasserlösliche Fluoride sind giftig – sie hemmen im menschlichen Körper die Enzym- und Proteinbildung und gelten als Zellgift. Wasserunlösliche oder schwer lösliche Fluoride wie Aluminiumfluoride oder Calciumfluoride sind wesentlich geringer toxisch. Fluorid ist wichtig! Dennoch benötigen wir für kräftige Zähne und stabile Knochen unbedingt diesen wichtigen Stoff. In der Zahnmedizin werden in der Regel Natriumfluorid, Kaliumfluorid oder Aminfluoride in verschiedenen Anwendungen und in extrem geringer Konzentration eingesetzt. Am häufigsten nutzen Sie selbst Fluoride lokal, also direkt am Ort des Geschehens – in Ihrem Mund, bei der täglichen Mundhygiene. Zahnpasten, Mundspülungen oder auch manche Zahnseiden sind in der Regel mit Fluoriden angereichert. Der Fluorid-Gehalt ist im Speichel noch kurze Zeit nach der Anwendung nachweisbar. Fluorid-Tabletten sinnvoll? Vielleicht haben Sie als Kind oder später Ihre eigenen Kinder die kleinen weißen Fluorid-Tabletten zum Lutschen bekommen? Hierbei handelt es sich um die sogenannte systemische Fluor-Behandlung, zu der auch die Fluoraufnahme mit der Nahrung oder über das Trinkwasser zählt. Nach der Resorbierung im Darm wird das Mineral im Blut transportiert, anschließend im Dentin (Zahnhartgewebe) oder Knochengewebe eingelagert und überschüssige Mengen mit dem Speichel schließlich einfach wieder ausgeschieden. Über die Nahrung (Fisch, Schalentiere, Tee, Salz) und Flüssigkeiten (Wasser, Mineralwasser) nehmen wir Fluor allerdings in sehr geringer Konzentration und zudem mit einer geringen Verweildauer auf. Etwas fluorid- und auch nachhaltiger sind da schon die Fluortabletten zum Lutschen. Der neueste Stand der Forschung geht dahin, dass einzig und ausschließlich eine direkte Behandlung der Zähne mit Fluoriden härtend auf den Zahnschmelz einwirken kann. Demnach wären die oralen Gaben von Fluoriden in Form von Fluor-Tabletten nur dann sinnvoll, wenn sie tatsächlich eine zeitlang im Mundraum verbleiben – also gelutscht werden. In diesem Zusammenhang wäre die Anreicherung von Lebensmitteln (z.B. Salz) mit Fluoriden allerdings doch wieder zu hinterfragen. Als wesentlich sinnvoller erscheint es, durch lokale Applikation - also durch direktes Auftragen von Fluoriden auf die Zähne – den Zahnschmelz zu stärken. Eines ist nämlich mal ganz klar: Unser Zahnschmelz benötigt diesen toxischen Stoff in jedem Fall zur Remineralisierung des Dentins. Sollten Sie sich darob der zahlreichen negativen Diskussionen nicht sicher sein, ob eine solche Fluoridierung durch Ihren Zahnarzt in Ihrem Fall sinnvoll wäre, reden Sie doch vorher mal mit ihm. Er wird Ihnen sicherlich Pro und Kontra aufzeigen könnten. Die endgültige Entscheidung müssen Sie allerdings ganz allein treffen.

(Meldung vom 06.07.2009)

Weitere Meldungen der Zahnmedizin:
"Zucker-Dschungel: Zahnschonend oder zahnfreundlich; Zuckerersatz oder Zuckeraustauschstoff "
Hilfe mein Kiefer schrumpft
Kopfschmerz trifft auf Zahnmedizin – da wird Ihnen geholfen
Pflegefall Implantat
Warum ist Zucker für die Zähne schädlich?
Karies vom Knutschen?
Zeigt her Eure (sauberen) Zähne
Oral- oder Kieferchirurg – bitte vorstellen?
Ganzheitliche Zahnmedizin - die Phytotherapie
Kauen Sie doch mal – Zahnpflegekaugummis genauer betrachtet