"Zucker-Dschungel: Zahnschonend oder zahnfreundlich; Zuckerersatz oder Zuckeraustauschstoff "

Mittlerweile ist wohl nahezu jedem bekannt, dass Zucker (Saccharose, Dextrose oder Glucose, Lactose oder Fructose) nicht gut für die Zähne ist, da sich die zahlreichen Bakterien des Mundraumes mit Vorliebe an diesem süßen Stoff laben. Die daraus resultierenden Säuren greifen den Zahnschmelz an und sind – neben anderen Faktoren – maßgeblich für Karies verantwortlich. Gottlob gibt es ja aber die sogenannten Zuckeraustauschstoffe oder Zuckerersatzstoffe, die immer dann als zahnfreundlich gelten, wenn nach ihrem Genuss der pH-Wert an den Zähnen nicht unter 5,7 sinkt. Aber woran erkennen Sie die Lebensmittel mit diesem – für die Zähne – guten Stoff? Da wäre mal das Ihnen sicherlich schon begegnete Zahnmännchen unter dem Schirm – weißes Männchen auf rotem Hintergrund. Sie finden dieses europaweit existierende Symbol für Zahnfreundlichkeit auf zahnschonenden Süßigkeiten und sogar Medikamenten. Schwieriger ist es allerdings mit der Kennzeichnung „zuckerfrei“. Zuckerfrei? Denn zuckerfrei hergestellte Nahrungsmittel sind nicht unbedingt gleichzeitig auch zahnfreundlich, da sich in Deutschland der Begriff Zucker nur auf Saccharose bezieht. Die anderen Kohlenhydrate, die ja im Körper zu Zucker (Glucose) aufgespaltet werden, sind damit nicht erfasst. Somit bedeutet „zuckerfrei“ lediglich, dass keine Saccharose enthalten ist. Die Ersatzstoffe für Zucker werden unterteilt in kalorienfreie und kalorienhaltige Süßungsmittel. Die Süßstoffe mit Kalorien sind die sogenannten Zuckeraustauschstoffe. Diese Produkte werden von den Bakterien zwar auch verstoffwechselt, es entstehen aber wesentlich weniger Säuren, als bei herkömmlichen Zuckerarten. Die bekanntesten Zuckeraustauschstoffe sind Xylit(ol), Mannit(ol), Sorbit(ol), Maltit und Lycasin. Ihr Brennwert liegt etwa bei 5o Prozent des normalen Zuckers. Sollten Sie Zuckeraustauschstoffe benutzen, achten Sie bitte stets auf die Tagesdosis von 20 bis 50 Gramm – ein Mehr kann ansonsten schnell mal zu Durchfällen führen. Süßstoffe ohne Kalorien nennt man Zuckerersatzstoffe oder künstliche Süßstoffe. Dies sind entweder natürliche oder aber synthetisch hergestellte, mit dem Zucker verwandte Stoffe. Meist sind sie allerdings um ein Vielfaches süßer. Die bekanntesten Zuckerersatzstoffe sind Aspartam, Cyclamat und Saccharin. Kennern der Materie ist in letzter Zeit bestimmt immer mal wieder auch der Begriff Stevia zur zuckerfreien Süßung untergekommen. Dieser kalorienfreie super süße Stoff entstammt den Blättern einer südamerikanischen Staude (Stevia rebandiana = Süßblatt, Süßkraut oder Honigblatt) und wird dort schon seit langer Zeit zum Süßen von Speisen und Tees verwendet. In Deutschland ist Stevia – ob in Blatt- oder Pulverform - leider nicht als Nahrungsmittel zugelassen. Dennoch: Erhältlich ist er in der Regel als kosmetisches Produkt mittlerweile in vielen Bioläden und Reformhäusern.

(Meldung vom 03.07.2009)

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