Pflegefall Implantat

Sie haben sich vor Kurzem zu dieser nicht wirklich einfachen und meist dazu noch etwas langfristigeren Implantat-Setzung durchgerungen und denken, nun hat sich das gehabt mit der lästigen, aufwendigen Zahnhygiene? Habe ja schließlich unkaputtbare Titanschrauben, Edelmetall und Keramik statt lebender Zahnmasse im Mund. Aber nein - so einfach ist das leider auch mit den neuen Ersatz-Zähnen nicht. Gerade jetzt, wo Sie im Besitz dieses wirklich tollen Zahnersatzes sind, müssen Sie auf Ihre Zahnhygiene ganz besonders schauen. Denn auch an Implantaten gibt es – wie bei den natürlichen Zähnen – Zahnfleischerkrankungen. Meist fallen solche Entzündungen sogar schlimmer aus und entwickeln sich zudem wesentlich schneller, als am herkömmlichen Zahn. Mundhygiene ist das A und O Bei einer unzureichenden Zahnhygiene entsteht sehr schnell ein sogenannter Biofilm, der sich bis zum Bereich der Schraube ausdehnt. Und gerade an solchen rauen Oberflächen ist es extrem schwierig, diesen Film zu entfernen. In diesem Biofilm fühlen sich nun aber zahlreiche, allerdings nicht unbedingt erwünschte Bakterien sehr wohl. Gehören Sie womöglich gar zum Patientenkreis, der generell schnell zu Entzündungen neigt, setzen sich diese Bakterien im Gewebe fest. Dort können sie dann sogar zu großflächigen Entzündungen mit Beteiligung des Knochens führen. Diese sogenannte (Peri-)Imlantiitis ist eine der gefürchtetsten Entzündungen im Zusammenhang mit Implantaten. Bekommt man diese heftige Entzündung nicht in den Griff, müssen die Implantate im schlimmsten Fall wieder entfernt werden. Um diesen „worst case“ zu verhindern, wird Ihr Behandler Sie bereits vor dem Setzen von Implantaten ausgiebig untersuchen. Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt bereits unter einer Parodontitis leiden, gehören Sie künftig zum Kreis der Risikopatienten. Ihr Zahnarzt wird Sie in diesem Fall mindestens vierteljährlich zur professionellen Zahnreinigung in die Praxis bestellen. Damit ist gewährleistet, dass größere Entzündungen gar nicht erst Raum fordern können. Auch die Menge und die Länge der Implantate wird Ihr Behandler von diesen eventuellen Vorbelastungen abhängig machen. Denn eins ist mal klar: Implantate sind ja wirklich eine ganz feine Sache. Müssen sie aber aufgrund mangelnder Hygiene oder erblicher Vorbelastungen wieder entfernt werden, ist das ganz bestimmt kein Vergnügen. Daher ist eine akribische Zahnpflege gerade nach einer Versorgung mit Implantaten das A und O. Ihr Behandler gibt Ihnen auf Anfrage sicherlich jede Menge Tipps und Tricks zu einer perfekten Mundhygiene. Und sein ausgebildetes Prophylaxeteam steht Ihnen bestimmt sogar mit praktischen Übungen zu Seite. Nur fragen müssen Sie schon selbst.

(Meldung vom 26.06.2009)

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