Warum ist Zucker für die Zähne schädlich?

"Kurze Antwort: Weil Zucker im weiteren Sinn und unter bestimmten Voraussetzungen Karies bedingen kann. Lange Antwort: Karies kann nur dann entstehen, wenn sich bestimmte Bakterien - allen voran der Streptokokkus mutans – an der Oberfläche des Zahnes festsetzen und zudem prima genährt werden. Nummer eins auf Bakteriens Speisekarte sind einfache Zuckerarten (Traubenzucker, Haushaltszucker, Rohrzucker, etc.) oder auch die langkettigen, die allgemein eher als Kohlenhydrate bekannt sind. Mit Belieben ernähren sich die kleinen Kerlchen von dem süßen Lab (beim Aufspalten der langkettigen Kohlenhydrate entstehen die Einfachzucker – kauen Sie mal salziges Brot recht lange, dann wird es süß im Mund) und produzieren anschließend organische Säuren wie Milchsäure, Propoinsäure, Ameisen- und Essigsäure. Diese Säuren greifen wiederum die äußere Schutzschicht des Zahnes – den Zahnschmelz - an und entziehen ihm noch dazu wichtige Mineralstoffe wie Kalzium und Phosphat. Diesen Vorgang bezeichnen die Fachleute als Entmineralisierung oder Demineralisation. Dadurch wird der Schutzanzug des Zahnes porös und bietet in zahlreichen kleine Nestern, den lästigen Bakterien ein wunderbares Plätzchen. Dort produzieren sie dann kräftig weiterhin Säuren und sondern bei Stoffwechselvorgängen außerdem noch bestimmte Eiweißstoffe wie Proteinasen, Peptidasen, Kollagenasen etc. ab. Der bereits heftig zugesetzten Zahnsubstanz wird dadurch der Rest gegeben: Sie wird weiter geschädigt und letztendlich irgendwann sogar vollends zerstört – die Karies ist da. Damit es überhaut erst zur Demineralisation kommen kann, muss der pH-Wert im Mund längere Zeit auf unter 4 bis 4,5 sinken (normal liegt er bei etwa 5,7). Und das tut er halt immer dann, wenn Zucker oder Kohlenhydrate gegessen wurden. Gottlob gibt es aber auch hier einen Schutzmechanismus unseres Körpers: Der Mineralstoffverlust kann nämlich durch Zufuhr neuer Mineralien von außen wieder aufgefüllt werden. Und solange das Input und das Output passen, bleibt einem die Sache mit dem Karies aus dem Mund. Natürlich sind an der Entstehung einer Karies noch zahlreiche andere Faktoren beteiligt. Allen voran ist hier eine unzureichende Mundhygiene zu nennen. Aber auch die Zusammensetzung vom Speichel (ist bei jedem Menschen anders), eventuelle Medikamenten-Einnahmen oder die Ernährung spielen in die Anfälligkeit für die Volkskrankheit Karies eine entscheidende Rolle. Verbannen Sie also nicht den Zucker aus Ihrem Haushalt, sondern halten Sie sich an einige kleine Regeln, die dem Karies dann wenig Chancen lassen: Regelmäßige Mundhygiene; unterwegs nach dem Genuss von zuckerhaltigen Dingen unbedingt den Mund kräftig mit Wasser ausspülen und vor allem nicht immer wieder mal eine Kleinigkeit Süßes essen. Gönnen Sie sich lieber die Tafel Schoko oder die kleine Packung Gummibärchen auf einen Schlag und putzen Sie anschließend Ihre Zähne. Immer wieder mal ein Bonbon hier, ein Schokolädchen da ist der Säure-Gau für Ihre Zähne und programmiert die Karies fast schon von allein."

(Meldung vom 24.06.2009)

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