Karies vom Knutschen?

Wussten Sie, dass der durchschnittliche Kuss 12 Sekunden dauert? Oder dass Viel-Küsser (nach einer wissenschaftlichen Studie!) angeblich fünf Jahre länger leben, als Knutsch-Muffel? Außerdem erhöht sich Ihr Puls beim Küssen auf 120 Schläge pro Minute – das ist schon fast wie Ausdauersport im moderaten Bereich – und die Körpertemperatur steigt um 0,5 Grad Celsius. Und: Beim intensiven Kuss sollen etwa 40.000 Bakterien ausgetauscht werden. Es stellt sich in diesem Zusammenhang natürlich gleich die Frage, ob da nicht auch das Karius- und Baktus-Bakterium dabei ist. Kann man sich also durch einen lustvollen Kuss womöglich eine Karies einheimsen? Karies und andere parodontale Erkrankungen entstehen ursächlich durch Stoffwechselendprodukte zahlreicher im Mundraum vorkommender Bakterienarten. Allen voran schreitet hier der Streptococcus mutans. Das Genom (=Erbgut) dieses Bakteriums besteht aus mehr als zwei Millionen Bausteinen und wurde vor nicht allzu langer Zeit erst durch Genforscher entschlüsselt. Übertragung eher gering Beim Küssen wird natürlich auch dieses Bakterium hin- bzw. hergegeben. Allerdings sind sich die Fachleute ziemlich sicher, dass die Übertragung-Wahrscheinlichkeit von Karies oder einer Parodontitis (früher Parodontose) allein durch einen Kuss doch eher sehr gering ist. Denn für diese Erkrankungen müssen neben den Streptos noch zahlreiche andere Faktoren wie etwa Stoffwechselkrankheiten (Diabetes), Rauchen oder hormonelle Dysfunktionen und natürlich nicht zu vergessen eine schlechte Mundhygiene dazu kommen. Mundhygiene Vor allem ist es aber nach wie vor die unzureichende Mundhygiene, die den größten Risikofaktor für die Entstehung von Karies und Parodontitis darstellt. Denn nur durch mangelnde Sauberkeit an Zahn und Zahnfleisch können sich die Bakterien, die in jedem Mundraum stets und stetig vorhanden sind, ungehindert vermehren. Auch die Ernährung spielt hierbei natürlich eine extrem wichtige Rolle. Wer auf eine gute, regelmäßige Mundhygiene achtet, sich gesund ernährt und keine der oben genannten Erkrankungen vorzuweisen hat, kann sich demnach künftig häufiger dem genüsslichen Knutschen hingeben. Nicht zu verachten ist nämlich außerdem, dass ein Kuss von einer Minute etwa 20 Kilokalorien verbraucht. Also: Küssen Sie doch mal wieder ausgiebig! Ein schöneres „Schlankmittel“ gibt es doch gar nicht, oder? Aber Vorsicht bei Frisch-Verliebten: 66 Prozent der Frauen und 59 Prozent der Männer entlieben sich direkt nach dem ersten Kuss. Da hat dann wohl die Chemie nicht gestimmt.

(Meldung vom 22.06.2009)

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