Kauen Sie doch mal – Zahnpflegekaugummis genauer betrachtet

Schöne weiße Zähne und ein frischer Atem – so suggeriert uns die Werbung – stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit Zahnpflegekaugummis. Streifen Sie mal durch die Kaugummi-Abteilung Ihres Lieblings-Supermarktes: Da werden Sie nahezu erschlagen von der Vielfalt des Angebotes. Also nehmen wir die Gummis doch mal unter die Lupe. Eigentlich ist jeder Kaugummi ohne Zucker ein Zahnpflege-Kaugummi, da durch das Kauen der zuckerfreien Gummimasse die Speichelproduktion angeregt wird und dadurch leichte Beläge und Bakterien weggeschwemmt werden können. Aber: Das Zähneputzen ersetzen sie in keinem Fall! Oft sind die als Zahnpflegegummi deklarierten Kaumassen zusätzlich noch mit Mineralstoffen und Spurenelementen angereichert. Statt des Zuckers zum Süßen enthalten alle zuckerfreien Gummis Zuckeralkohole (Mannit, Isomalt, Sorbitol, Xylitol und viele mehr). Laut Angaben der Hersteller handelt es sich hierbei um naturidentische Stoffe – dass heißt, es sind Stoffe, die auch in natürlichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse vorkommen – allerdings sind sie chemisch hergestellt. Empfindlichen Menschen können beim Überschreiten gewisser Mengen auf diese Zuckeralkohole mit Magen-Darm-Problemen reagieren. Geschmacklich gibt es zuckerfreie Kaugummis in Minze- oder Fruchtgeschmack, zur Bakterien-Abwehr angereichert mit Propolis (Kittharz der Bienen), zur Anregung des Stoffwechsels mit Guarana (stark koffeinhaltige Lianenart aus dem Amazonas-Gebiet) oder zum Aufbau von Abwehrkräften sogar mit Vitamin C. Aber Vorsicht: Manche Varianten enthalten Teebaumöl, welches im Verdacht steht, bei empfindlichen Kauern Reaktionen hervorzurufen. Also stets vorher die Inhaltsstoffe studieren. Zu diesen (manchmal) problematischen Inhaltsstoffen der Kaumassen gehören in jedem Fall auch zugesetzte Farbstoffe (E-Nummern), die ebenfalls allergieauslösend sein können. Im Hinblick auf die Zahngesundheit ist mal eines ganz klar: Über eine gute Zahnhygiene mit Paste, Bürste und Zahnseide geht nichts drüber. Für unterwegs oder zwischendurch ist das Kauen zuckerfreier Kaugummis nach dem Essen bestimmt eine Option, wenn mindestens zehn Minuten kräftig gekaut wird. Aber auch ein kräftiger Schluck Wasser, der durch die Zahnzwischenräume gespült wird, hätte belags-technisch einen ähnlichen Effekt. Für den Frische-Kick im Mund ist dann allerdings wieder der Kaugummi der Gewinner. Also: Kauen Sie doch auch mal wieder, dann klappt das auch mit dem frischen Atem. Übrigens: Der erste Kaugummi wurde im Jahr 1869 in New York verkauft.

(Meldung vom 12.06.2009)

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