Furnier für die Zähne: Veneers machen´s möglich

Furnierte Möbel á la Ikea sind seit langem voll trendy und in der Regel sogar immens preisgünstig. Klar, dass wir modebewussten Deutschen daher sehr gern und häufig ins schwedische Möbelhaus zum Shoppen gehen. Nun gibt es diese Furnierlösung seit geraumer Zeit auch bei Ihrem Zahnarzt um die Ecke – Veneers heißen die „Fassaden“, die Ihnen nur ein Zahnarzt verkaufen kann. Aber was versteht man eigentlich darunter?

Veneers sind extrem dünne Verblendschalen aus einer speziellen Keramik (Zirkon oder Zirkonoxid), die auf die eigentliche Zahnsubstanz aufgeklebt werden. Im Normalfall wird Ihr Zahnarzt Ihnen zu einer solchen Behandlung raten, wenn Ihre Frontzähne sehr stark verfärbt sind, oder aber ein zu großer Zahnzwischenraum störend wirkt. Auch geringfügige Schiefstellungen der Zähne können mittels Veneers kosmetisch ohne allzu großen Aufwand korrigiert werden.
Problematisch wird das Ganzen, wenn nicht mehr die komplette Zahnsubstanz eines Zahnes vorhanden ist – zum Beispiel bei einer abgebrochenen Zahnecke. Dann eignen sich diese dünnen Verblendschalen meist nicht, da zum Einen die Haltbarkeit der dünnen Vorbauten dann nicht so toll ist. Zum Anderen sieht man – vor allem im oberen Frontzahnbereich - bei Lichteinfall ganz schnell, dass hier ein bisschen nachgeholfen wurde.
Fehlt ein Teil des Zahnes oder ist er generell zu stark vorgeschädigt, ist somit doch eher eine Komplett-Überkronung ratsam. Allerdings muss dann auch wieder wesentlich mehr gesunde Zahnsubstanz abgeschliffen werden. Doch dazu gleich.

Der Ablauf Für die Veneers-Versorgung startet Ihr Behandler meist mit einer professionellen Zahnreinigung, bei der alte Beläge und ggf. vorhandener Zahnstein gründlich entfernt werden. Anschließend werden die zu verkleidenden Zähne genauestens auf kariösen Befall hin untersucht. Mit einer Palette an Zahnfarben wird dann die für Sie geeignetste Farbe ausgewählt.

Jetzt kommt das Schleifen: Damit die Veneers auch den perfekten Halt finden, werden die zu versorgenden Zähne minimal (etwa 0,3 Millimeter) angeschliffen. Bei einer Krone sind es übrigens meist mindestens 1,5 Millimeter, die vom Zahn weggenommen werden müssen. Es folgt ein leckerer Abdruck (inzwischen gibt´s ja Abdruckmaterial in nahezu jeglicher Geschmacks-Variante - Pfefferminze, Waldbeere, Himbeere – fast alles ist möglich), anhand dessen der Zahntechniker dann im Labor die perfekten Veneers für Ihre angeschliffenen Zähne herstellt. In manchen Praxen werden die Veneers inzwischen sogar selbst und direkt hergestellt. Da kann die Verblendungs-Behandlung dann sogar in nur einer Sitzung abgeschlossen werden.

Die Vorteile der Veneers liegen vor allem darin, dass nur minimale Mengen der gesunden Zahnsubstanz durch das Schleifen verlorengehen. Außerdem ist das verwendete Material absolut gut bioverträglich und hat eine – im Vergleich zur Wandstärke – extrem lange Haltbarkeitsdauer (eine gute Zahnpflege natürlich vorausgesetzt). Durch den geringeren Zeitaufwand im Vergleich zu einer Überkronung, ist es zudem eine wesentlich günstigere Lösung. Die Grenzen der Veneers liegen ganz klar in der Belastbarkeit des dünnen Materials. Aber hier wird Ihr Behandler Sie bestimmt gern beraten. Nur fragen müssen Sie ihn schon selbst.

Locello Redaktion, Antje Allner; foto: Fotolia

(Meldung vom 27.01.2015)

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