Fädeln Sie doch mal

Zahnseide - Zähne putzenStreptococcus sanguis, Streptococcus mutans, aerobe und grampositive Kokken und Stäbchen kennen Sie nicht? Aber bitte – Sie und jedermann trägt diese kleinen Kerlchen zuhauf im eigenen Mundraum spazieren. Es sind nämlich Bakterien, die sich im Speichel oder im Zahnbelag (Plaque) ziemlich wohl fühlen. Streptococcus sanguis ist seines Zeichens nach maßgeblich an der Entstehung parodontaler Erkrankungen, Streptococcus mutans an der Entstehung von Karies beteiligt. Gottlob gibt es aber neben diesen aggressiven Ablegern der Bakterienzunft auch noch Unmengen guter Vertreter ihrer Art. Dennoch: Damit auch im Mund die Guten den Bösen überlegen sind, ist eine regelmäßige und umfassende Mundhygiene vonnöten. Mindestens 2 mal täglich Empfohlen wird mindestens zweimal täglich eine Zahnreinigung von mindestens drei Minuten und der – ebenfalls regelmäßige – Gebrauch von Zahnseide und zwar stets vor dem Putzvorgang. Leider ist der Mensch nun aber von Natur aus faul. Daher ist die Zahl der regelmäßig Fädelnden der Zahl der Nicht-Fädelnden immens unterlegen. Daher wollen wir doch mal sehen, ob wir Ihnen nicht „Geschmack an der Schnur“ machen können: Unsere statische Zahnbürste ist in den engen Bereichen zwischen den Zähnen schlichtweg überfordert. Ein flexibles Instrument wie die Zahnseide sollte daher zum Einsatz kommen, um gerade in diesen Engräumen gründliche Sauberkeit schaffen zu können. Übrigens besteht Zahnseide gar nicht aus Seide, sondern aus ganz hauchdünnen verzwirbelten Baumwollfäden. Einfädeln - wie? Aber kommen wir zunächst zur Technik: Sie nehmen ein etwa 30 Zentimeter langes Stück des Fadens, wickeln das eine Ende um einen Finger (am besten geeignet sind Mittel- oder Zeigefinger) und das andere Ende im Abstand von etwa 15 Zentimetern um einen der beiden Finger der anderen Hand. Nach diesem Fixieren der Enden, drehen Sie die Handinnenflächen nach unten und ziehen die Schnur langsam (um das Zahnfleisch nicht zu verletzen) in den ersten zu bearbeitenden Zahnzwischenraum hinein und bis zum Zahnfleischansatz hinunter. Mit leichten Hin- und Herbewegungen ziehen Sie nun den Faden langsam Stück für Stück an der einen Seite des Zahnes hoch. Dann geht´s nochmal nach unten und das Ganze auf der anderen Zahninnenseite wieder hoch. Es folgt der nächste Zwischenraum. Nach zwei oder drei Zwischenräumen sollten Sie die Zahnseide ein Stück weiter neu auf die Finger fädeln. Zugegeben, zu Anfang werden Sie für eine ausgiebige Behandlung schon einige Zeit benötigen. Aber: Übung macht den Meister – mit der Zeit werden Sie immer geübter und damit auch schneller. Das Prophylaxe-Team Ihres Zahnarztes zeigt Ihnen bestimmt auch gern einmal die richtige Handhabung dieses einfachen, aber echt perfekten, flexiblen Reinigers. Ach – noch ein Wort zur Produktwahl: Es gibt gewachste und ungewachste Zahnseide, Zahnseide mit Fluoriden, die den Kariesbefall mindern soll, solche mit antibakterieller Tränkung gegen die schlechten Bakterien, Zahnseide mit Geschmack und sogar Teflon beschichtete Ausführungen. Die gewachste Variante ist etwas dicker und fasert nicht so schnell aus, wie die ungewachste. Die teflonbeschichtete eignet sich zur Reinigung im Allgemeinen nicht so toll, da sie extrem glatt ist und entsprechend leicht durch die Zwischenräume (und die Finger) gleitet. Für die meisten Nutzer ist die dünnere, ungewachste Form die beste und kostengünstigste Wahl. Die beschichteten oder getränkten Varianten der Fäden sind teuerer und nicht immer wirklich von Nöten. Aber auch hierzu können Sie sicherlich jederzeit den Fachmann – Ihren Zahnarzt - um einen persönlichen Rat bitten."

(Meldung vom 18.11.2015)

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