Zähneputzen kann doch jedes Kind? Das glauben aber auch nur Sie...

Sind Sie in der glücklichen Lage, vielleicht noch kleine Kinder zu haben? Dann kennen Sie die Schwierigkeiten, die die Kleinen bei der richtigen Reinigen ihres Mundraumes haben. Es grenzt für die Kiddies nahezu an eine motorische Höchstleistung, die Beißerchen richtig sauber zu bekommen. Daher sollte das Putzergebnis ja auch mindesten bis zum Eintritt in die Schule (eher bis etwa zum zehnten Lebensjahr) von den Eltern regelmäßig kontrolliert werden. Aber wer bitteschön kontrolliert uns Großen? Denn wie im Leben oft, sind es meist die Kleinigkeiten, die die großen Probleme verursachen. Zu diesen Kleinigkeiten gehört – sogar statistisch erwiesen – die richtige Zahnputztechnik. Früher hieß es generell „von Rot nach Weiß“ – also immer schön vom Zahnfleisch in Richtung Zahn. Bloß nicht anders herum, da sonst Bakterien aus dem Zahnbelag in die Zahntaschen eingebracht werden könnten. Heute gilt als effektivste Reinigungsmöglichkeit eine kombinierte Roll- und Auswischtechnik, die auch von Erwachsenen gut geübt sein will. Schauen Sie hier: Sie starten mit einem Bürstenwinkel von etwa 45 Grad am Zahnansatz – sowohl Zahnfleisch als auch Zähne werden von den Borsten berührt. Jetzt reinigen Sie ohne großen Druck zunächst die Außenflächen von zwei bis drei Zähnen, indem Sie mit fünf bis sechs leicht rollenden oder rüttelnden (zum Lösen der Beläge), dann mit auswischenden Bewegungen vom Zahnfleisch in Richtung Zahn arbeiten. Mit derselben Technik folgen nun die Zahninnenflächen des Ober- und Unterkiefers. Im Frontzahnbereich sollten Sie die Zahnbürste hochstellen und lediglich mit der vorderen Hälfte des Bürstenkopfes und senkrechten Bewegungen an die Reinigung der Innenflächen gehen. Zum Schluss bürsten Sie noch die Kauflächen der Seitenzähne ausgiebig. Ganz wichtig ist es, Abschnitt für Abschnitt zu arbeiten, damit kein Zahn vergessen wird. Wie lange putzen? Geübte Techniker müssen für eine komplette Zahnreinigung mindestens drei Minuten rechnen. Sind Sie allerdings noch Neuling auf diesem Gebiet, sollten Sie den Blick eher auf die Qualität denn auf die Zeit legen. Zu Beginn wird Ihnen diese neue Technik schon einige Minuten abringen. Ein schmerzendes Handgelenk gibt es - darob der seltsamen Bewegungen – ab und zu noch ganz nebenbei obendrauf. Aber Sie werden sehen, die Mühe lohnt sich: Sie werden ein ganz neues und glattes Zahngefühl haben, dass Sie vorher oft nur nach der professionellen Zahnbelagentfernung bei Ihrem Zahnarzt kannten. Sollte Ihnen die Anleitung zur richtigen Putztechnik nun doch etwas zu theoretisch sein, fragen Sie Ihren Behandler. Sein geschultes Prophylaxe-Team zeigt Ihnen bestimmt gern (auch immer mal wieder zur Auffrischung) die richtige Technik und hat sicherlich auch ein paar ganz praktische Tipps rund um die Mundhygiene zu bieten.

(Meldung vom 15.05.2009)

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