„Ihre Zähne sind in Ordnung – aber das Zahnfleisch muss raus“ – Parodontitis II

Wie eine Parodontitis entsteht und welche Möglichkeiten zur Vorbeugung Sie haben, kennen Sie nun. Doch welche Alarmzeichen könnten Sie als Laien bereits frühzeitig warnen? Zahnfleischbluten: Jeder hat sicherlich einmal etwas Blut an der Zahnbürste. Kommt das jedoch häufiger vor, sollten Sie Ihren Zahnarzt konsultieren. Die Bakterien, die für diese Entzündung verantwortlich sind, nisten sich in den Zahnfleischnischen ein und vermehren sich in rasantem Tempo. Ruckzuck ist eine Zahnfleischtasche gebildet, in der die Bakterienflut nur noch schneller wachsen kann. Ein Übergriff auf das gesamte Zahnfleisch, die Zahnwurzel oder gar den Kieferknochen ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Und: Durch die Zahnfleischtaschen löst sich das Zahnfleisch und der betroffene Zahn verliert seinen Halt. Bei Nichtbehandlung fällt er mangels Halteapparat einfach aus. Mundgeruch: Schlechter Atem entsteht oft durch Bakterien, die sich in der Mundhöhle und auf dem Zungenbelag eingenistet haben. Genau diese Bakterien sind es schließlich auch, die sich in den Zahnfleischtaschen häuslich niederlassen und dann eine Parodontitis bedingen können. Empfindliche Zähne: Wenn Sie empfindlich auf Kaltes oder Warmes reagieren, sollten Sie Ihr Zahnfleisch mal genauer inspizieren oder den Fachmann ranlassen. Denn diese Empfindlichkeiten treten immer dann auf, wenn zum Beispiel die empfindlichen Zahnhälse frei liegen. Und die liegen eigentlich nur dann blank, wenn das Zahnfleisch sich – eventuell bedingt durch eine Zahnfleischentzündung - schon auf dem Rückzug befindet. Zurück gehendes Zahnfleisch steht in der Regel immer im Zusammenhang mit Bakterienansiedlungen. Auch hier gilt: Frühe Kontrolle – eventuell durch Ihren Behandler – hilft viel und kann langfristig Ihre Zähne vor der Fällung retten. Lockere Zähne sind das Alarmzeichen schlechthin. Denn: Ein Zahn fängt nur dann das Wackeln an, wenn ihm die Seitenhaftung abhanden kommt. Sprich, wenn sich das Zahnfleisch lockert. In der Regel lockert sich das Zahnfleisch aber immer nur dann, wenn ein Entzündungsherd vorliegt. Das Problematische an dieser Erkrankung ist, dass sie meist schmerzlos verläuft und sich daher klammheimlich wunderbar entwickeln kann. Liegt erst einmal eine parodontale Entzündung vor, können die dortigen Bakterien über den Blutweg zudem im ganzen Körper verteilt werden und dann auch andere Organe befallen. So konnte mittlerweile ein Zusammenhang zwischen gewissen Herzinfarkt-Arten und parodontalen Entzündungen hergestellt werden. Selbiges gilt auch für Schlaganfälle, Diabetes mellitus und Frühgeburten. Beherzigen Sie also unsere oben genannten Kontrollinstrumente und sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Zahnarzt. Damit es erst gar nicht zu einem größeren Schaden kommen kann.

(Meldung vom 14.04.2009)

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