Heilkräuter in der Zahnheilkunde II

Heilkraut PfefferminzeWie schon unsere Vor-Vorfahren wussten, ist ja bekanntlich eigentlich gegen jede Erkrankung ein Kraut gewachsen. Und da die naturheilkundlichen, alten „Hexen“-Kräuter derzeit wieder fatal im Kommen sind, möchten wir Ihnen gern ein paar dieser wirklich feinen, natürlichen Helferchen vorstellen. Weiter geht es im spannenden zahnmedizinischen Kräuter-Einmaleins.

Heidelbeere (lat. Vaccinium myrtillus) = Medizinische Verwendung finden bei der Heildelbeere ausschließlich die getrockneten Früchte – die Blätter sind nach neuestem Wissenstand giftig (in Tierversuchen nachgewiesen) und finden daher keinerlei Anwendung mehr. Sie sind reich an Gerbstoffen (wirken zusammenziehend = adstringierend) und Pflanzensäuren.
Anwendungsgebiet, zahnmedizinisch: Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.
Vorsicht: Nicht bei Säuglingen und Kleinkindern anwenden! Getrocknete Heidelbeeren können die Aufnahme der Inhaltsstoffe von Medikamenten im Darm behindern – daher niemals gleichzeitig mit anderen Medikamenten anwenden.

Pfefferminze (lat. Mentha x piperita) = Die Pfefferminze enthält neben wichtigen Gerb- und Bitterstoffen vor allem ätherische Öle. Sie wirkt krampflösend und antiseptisch. Aufgrund der Frische wird sie gern in Zahnpasten, Mundwässern oder anderen Körperpflegeprodukten eingesetzt.
Anwendungsgebiet, zahnmedizinisch: Mundschleimhautentzündung.
Vorsicht: Bei Säuglingen und Kleinkindern mentholhaltige Heilmittel niemals im Hals- und Gesichtsbereich oder zum Inhalieren nutzen! Ätherische Öle niemals auf verletzte Hautstellen oder im Augenbereich einsetzen. Allergische Reaktionen sind möglich, aber eher sehr selten.

(Arznei-)Rhabarber (lat. Rheum offizinalis) = vom chinesischen Rhabarber (oder Medizin-Rhabarber) wird ausschließlich die getrocknete und geschälte Wurzel verwendet – der in unseren Gärten wachsende hat keinerlei medizinische Wirkung! Die im Rhabarber enthaltenen Gerbstoffe wirken adstringierend (zusammenziehend) und entzündungshemmend.
Anwendungsgebiet, zahnmedizinisch: Entzündungen des Zahnfleisches sowie Verstopfung (Obstipation). Alkoholische Auszüge werden zur äußerlichen Anwendung am Zahnfleisch eingesetzt.
Vorsicht: Nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern unter 12 Jahren sowie bei akut-entzündlichen Erkrankungen des Darmes oder Bauchschmerzen anwenden.

Einer geht noch: Demnächst erzählt Ihnen unsere Kräuterhexe noch etwas über Salbei, Thymian und Co.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: freeimages.com

(Meldung vom 06.06.2014)

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