Bulimie und Zahnpflege II

Zahnpflege 3x am TagIn Bulimie und Zahnpflege Teil I haben wir die Bulimie einleitend angesprochen. Weiter gehts...
Wie Sie mittlerweile wissen, hat die Zahnbürste nach den Ess- und Brech-Attacken bei BulimikerInnen oder Schwangeren zunächst einmal Ruhe – das heißt, der Mund sollte lediglich kräftig mit neutralisierendem Wasser (ohne Kohlensäure, dafür aber ggf. mit unterstützenden basischen Pulvern) ausgespült werden, um den Zahnschmelz nicht noch mehr zu entmineralisieren. Für diejenigen, die Milch mögen: Auch eine Spülung mit etwas Milch, welche kräftig durch die Zähne gedrückt wird, soll denselben Effekt haben.


Der optimale Schutz für die Zähne von Menschen, die häufig erbrechen müssen, ist eine sogenannte Medikamententrägerschiene. Diese Schutzschiene für die Zähne wird individuell nach Abformung der Kiefer durch den Zahnarzt angefertigt. Sie sollte vor dem Erbrechen eingesetzt werden. Unterstützend kann man die Schiene mit einem neutralen Fluoridgel oder einem flüssigen Entsäuerungsmittel (Antazidum = ein Arzneimittel, welches zur Neutralisierung der Magensäure dient und unter anderem bei Sodbrennen oder säurebedingten Magenbeschwerden sowie Speiseröhrenentzündungen zum Einsatz kommt) bestreichen. Ihr Zahnarzt gibt Ihnen sicherlich gern weitere Tipps zu dieser Schutzmöglichkeit.

In jedem Fall sollten die Betroffenen zu einer weichen Zahnbürste mit abgerundeten Borsten greifen (und diese dann auch in kleineren Abständen wechseln). Beim Putzen sollte außerdem mit möglichst geringem Druck und Geschrubbel gearbeitet werden und ausnahmslos eine fluoridhaltige Zahnpasta zum Einsatz kommen. Fachleute empfehlen zusätzlich einmal pro Woche die Anwendung eines Fluoridgels, um die gestressten Zähne beziehungsweise den Zahnschmelz maximal zu schützen und gleichzeitig zu stärken. Dies alles sind die kleinen Dinge, die sicherlich des Durchhaltens verlangen, aber durchaus machbar sind. Wesentlich schwerer ist es sicherlich, so gut wie möglich auf stark säurehaltige beziehungsweise auch süße Lebensmittel und Getränke (Obst, Fruchtsäfte, Essig, Süßigkeiten, etc.) zu verzichten. Bedenkt man allerdings immer mal wieder, dass wir ja nur dieses eine bleibende Gebiss haben, fällt vielleicht der Verzicht dann doch nicht ganz so schlimm aus.

In jedem Fall sollte die Patientengruppe der BulimikerInnen und Schwangeren mindestens zweimal im Jahr einen Besuch beim Zahnarzt ihrer Wahl einplanen. Nur so können sich anbahnende Schädigungen der Zähne - beziehungsweise des Zahnschmelzes - frühzeitig erkannt und mit den oben genannten Hilfsmittelchen zumindest eine Gegenwehr getroffen werden. Sprechen doch einfach einmal Ihren Zahnarzt auf diese Problematik an. Er wird Ihnen sicherlich gern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: freeimages.com

(Meldung vom 07.05.2014)

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