Xylit – Fluch oder Segen?

Xylit ZuckerersatzSeit geraumer Zeit ist der Zuckeraustauschstoff Xylit (auch Xylitol, Birkenzucker oder E 967 genannt) wahrlich in aller Munde und wird den Patienten von zahlreichen Zahnärzten zur Kariesprophylaxe empfohlen. Lassen Sie uns diesen Stoff – erkennbar in der Regel daran, dass das Zahn-Männchen mit Schirm auf den Produkten mit Xylit aufgedruckt ist) einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Zuckeralkohole wie Xylit haben eine geringere Süßungskraft als „normaler“ Zucker. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, haben sie sogar einen Brennwert (Kilokalorien), der allerdings wesentlich geringer ausfällt, als beim herkömmlichen Zucker.

Der große Vorteil dieser Zuckeralkohole liegt darin, dass bei der Zerlegung ihrer (Kohlenhydrat-) Bestandteile durch die Mundbakterien keine Karies verursachenden (Milch-)Säuren anfallen. Außerdem wird der Speichelfluss angeregt und damit die Zähne kräftig vom im Speichel enthaltenen Calciumphosphat – dieser Stoff ist unter anderem zuständig für die Härtung des Zahnschmelzes - umspült. Vermehrter Speichel verdünnt zudem die Säuren im Mundraum – der ph-Wert wird gesteigert, die Wohlfühl-Atmosphäre für Kariesbakterien zerstört und damit die Plaques-Bildung gehemmt.

Finnische Studien haben ergeben, dass eine Menge von sechs bis zwölf Gramm Xylit pro Tag - verteilt auf mehrere Portionen – einen optimalen Schutz der Zähne bedingt. Am wirksamsten hat sich dabei der Einsatz von Xylit-Pulver erwiesen, welches auf Bestellung in der Apotheke erhältlich ist. Aber auch Lutschbonbons und Kaugummi mit Xylit zeigen eine antikariöse Wirkung. Soweit so gut…

In der Natur ist Xylit in Birkenholz, Gemüse und Früchten zu finden. Nun wird das Xylit in unseren Pülverchen, Zahnpasten, Lutschbonbons, Kaugummis etc. längst nicht mehr der Natur entnommen, sondern in der Regel im Labor aus Mais hergestellt.

Ein übermäßiger Genuss von Xylit kann bei empfindlichen Menschen zu Blähungen oder gar Durchfällen führen und die Darmschleimhaut auf Dauer empfindlich aus dem Gleichgewicht bringen. Daher finden sich auf Xylit-Produkten stets auch die entsprechenden Hinweise. Für einige Säugetiere (zum Beispiel Hunde) ist Xylit gar toxisch.

Erneut stehen wir also vor der Entscheidung „Xylit - Fluch oder Segen“.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: stock.xchng

(Meldung vom 28.06.2013)

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