Zahngesund essen – geht das?

Schon aus Vorlesezeiten wissen wir, dass Karius und Baktus sich mit Vorliebe von Zucker ernähren. Doch ist es tatsächlich nur der Zucker, der dem Zahnschmelz so heftig zusetzen kann? Leider nein. Denn: Alle Arten von Kohlenhydraten (enthalten in Brot, Brötchen, Nudeln, Kartoffeln, Kuchen und Keksen sowie ebenfalls in Obst und – wenn auch gering - in Gemüse – also eigentlich in unserem „täglichen Brot“) werden früher oder später zu Zucker aufgespalten. Wie also kann man sich nun zahngesund ernähren? „Ausgewogene „Mischkost“ ist das Zauberwort. Denn nur mit einer abwechslungsreichen Ernährung mit allen Komponenten werden unseren Zähnen Mineralien, Vitamine und Spurenelemente in ausreichender Form zugeführt. Das hört sich extrem gesund, aber wenig lecker an – muss aber nicht sein. Schauen Sie sich doch in aller Ruhe mal die Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung an und stellen Sie sich nach deren Vorgaben Ihre Favoriten für den Tag zusammen. Ganz wichtig ist, die Nahrung gut zu kauen. So geben Sie Ihrem Zahnfleisch schon ab dem ersten Bissen eine prima Wellnessmassage, und es wird Ihnen Ihre Mühen mit einer guten Durchblutung danken sowie für guten Halt Ihrer Zähne sorgen. Außerdem regt ausgiebiges Kauen den Speichelfluss an, der die lästigen Zuckerteilchen quasi von den Zähnen wegspült und mit seinen guten Inhaltsstoffen die Zähne remineralisiert. Apropos spülen: Trinken Sie bevorzugt stilles Wasser und spülen Sie Ihren Mund nach jeder Mahlzeit einmal kräftig durch. Dann haben auch kleine Essensreste zwischen den Zähnen keine Chance auf Haftung mehr. Zuckerhaltige Getränke oder gar Eistees, die nebenbei noch reichlich Zitronensäure enthalten, sind absolutes Gift für den Zahnschmelz. Auch ein mit Wasser verdünnter Apfelsaft, der von unseren Kleinen dauerhaft aus einem Nuckelfläschchen gesaugt wird, stellt einen massiven Säureangriff dar. Geben Sie Ihrem Kind daher die Flasche nicht in die eigene Obhut, sondern versorgen Sie es nur dann damit, wenn es wirklich Durst hat. Ein gutes Salz sollte in keiner Küche und keinem zahngesunden Haushalt fehlen. Wählen Sie ein natürliches Meersalz, ein Himalayasalz oder auch ein Steinsalz ohne zusätzliche „Beschießung“ mit Jod, Fluor und Folsäure. Die natürlichen Salze enthalten die benötigten Mineralstoffe in ausreichender Menge. Die künstlich hinzugefügten Mineralien im jodierten Salz sind hingegen von Ihrem Körper – da denaturiert – gar nicht oder nur schwer verwertbar. Wenn es dann schon mal der Kuchen oder die Schoko sein müssen, sehen Sie zu, dass Sie diese nicht über den ganzen Tag verteilen. Gönnen Sie sich lieber eine echte „Schoko-Session“ am Tag. So haben Sie lediglich einen großen Säureangriff und nicht viele kleine. Das gilt generell eigentlich für alles, was Sie essen: Dreimal ist ausreichend, schont Ihre Zähne und gönnt Ihren Organen auch mal eine wohlverdienten Arbeitspause. In jedem Fall sollten Sie möglichst nach jeder Mahlzeit die Zähne gründlich reinigen – vor allem natürlich nach dem süßen Supergau. Da das aber nicht immer möglich ist, verinnerlichen Sie wenigstens das Spülen nach den Mahlzeiten. Die Mär vom zahnreinigenden Apfel danach (eine Möhre wäre da eher denkbar) oder dem zahngesunden zuckerfreien Kaugummi unterstützt inzwischen nur noch die Minderheit der Zahnärzte. Einen Ausblick auf vielleicht bessere Zeiten bietet uns die Wissenschaft: Man erforscht gerade den Schutz des Zahnschmelzes vor Säureattacken mittels spezieller Joghurtbakterien. Und einen zahngesunden Eistee aus der Schweiz sollen wir demnächst in unseren Supermarktregalen finden. Schauen wir mal, ob damit vielleicht dem Karies der Garaus gemacht werden kann.

(Meldung vom 06.04.2009)

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