Taschenplage – wer gehört in die Risikogruppe der Parodontitis?

Zahnkontrolle einmal im JahrEine entscheidende Rolle dafür, ob man in seinem Leben je an einer Parodontitis (früher Parodontose = Entzündung des gesamten Zahnhalte-Apparates) erkrankt, spielt unser körpereigenes Immunsystem. Nun wird dieses ja leider, leider nicht nur von uns selbst beeinflusst. Auch Faktoren, die häufig nicht in unserer Macht stehen (wie genetische Veranlagung, Umwelt- und Lebensbedingungen, Stress, etc.), spielen eine immense Rolle. Lassen Sie uns einmal die Risikogruppen beim Namen nennen:

Raucher leben nicht nur gefährlich und oftmals um einiges kürzer, als ihre nicht qualmenden Artgenossen. Auch das Risiko an einer Parodontitis zu erkranken, ist bei Rauchern zwei- bis siebenmal erhöht. Außerdem stört der blaue Dunst empfindlich die Wundheilung im Mundraum – Parodontal-Behandlungen haben somit häufig wesentlich geringere Erfolgs-Aussichten;

Stress und Hormone setzen dem Immunsystem immens zu und können eine Parodontitis auslösen oder sogar beschleunigen. Daher sind zum Beispiel Frauen in der Schwangerschaft einem deutlich erhöhtem Parodontitis-Risiko ausgesetzt;

Medikamente – zum Beispiel Blutdruck senkende Mittel – können dazu führen, dass das Zahnfleisch über Gebühr wächst, quasi wuchert. Auch dieses kann zu einer Affinität für eine Parodontitis führen;

Erbliche Veranlagung ist in Deutschland für etwas 30 Prozent der Bevölkerung der Grund, eher früher als später einmal an einer Parodontitis zu erkranken;

Diabetiker mit einer „schlechten“ Einstellung ihrer Blutzuckerwerte (in der Regel zu hohe) haben ein immens erhöhtes Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, da die hohen Blutzuckerwerte zum einen die Abwehrkräfte schwächen, zum anderen häufiger Entzündungen auftreten und diese zudem wesentlich schlechter heilen, als bei gesunden Menschen.

Sollten Sie bei einer der oben genannten Gruppen ein eindeutiges „ja“ abgeben können, sollten Sie auf die Gesundheit Ihres Zahnfleisches ein ganz besonderes Augenmerk legen. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt und gegebenenfalls mindestens einmal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis könnten da unwahrscheinlich hilfreich sein. Sprechen Sie mit Ihrem Behandler – er unterstützt und berät Sie da ganz gewiss sehr gern!

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 19.12.2012)

Weitere Meldungen der Zahnmedizin:
Die Taschenplage geht um ... - Parodontitis
Praxisgebühr - Ohne Moos endlich wieder was los
Was hat Rheuma mit Parodontitis zu tun?
Jedes Kind kostet einen Zahn ...
Geschichte: Wer kümmerte sich um die Zähne, bevor es Zahnärzte gab?
Älter werden - Hormone beeinflussen auch die Zahngesundheit
An einem Zahn hängt ein ganzer Mensch
Parodontits-Test via App
Mondkalender 2012 für Zahnstein entfernen oder professionelle Zahnreinigung
Mondkalender 2012 – Wann geht man am besten zum Zahnarzt?