Wurzelbehandlung – Schmerz lass nach

Sie haben seit geraumer Zeit immer wieder mal Schmerzen an einem Zahn? Ihr Zahnarzt hatte auch schon das eine oder andere Mal die Stirn gerunzelt und was von „...demnächst vielleicht doch eine Wurzelbehandlung...“ gesagt? Dann sollten Sie jetzt weiterlesen.
Denn: Was der Verstand gepackt hat, ist in der Realität nur noch halb so schlimm. „Endodontie“ ist die Lehre vom Inneren des Zahnes (aus dem Griechischen Endodont = das sich im Zahn Befindende). Die häufigste Behandlung in der Endodontie ist die Wurzelkanalbehandlung. Diese stellt meist die letzte Möglichkeit dar, einen geschädigten Zahn zu erhalten. Doch wie kann es zu einer solchen Zahnwurzel-Entzündung kommen? Entweder es bestand schon geraume Zeit eine Karies, die bisher nicht bemerkt wurde, oder eine alte Karies konnte nicht vollständig entfernt werden. Dadurch kommt es zu einer Entzündung der Zahnwurzel. Meist zeigt sich dies durch einen Eiterherd unterhalb der Wurzel und zusätzlichen Entzündungen des Zahnfleisches in diesem Bereich. Jetzt sollte schnell gehandelt werden, um ein Übergreifen auf die benachbarten Zähne zu verhindern. Die Varianten der Behandlung sind allerdings begrenzt: Entweder man entfernt den Zahn (= Extraktion) oder man versucht es zunächst mit einer Wurzelbehandlung (die allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt ist). Bei der Wurzelbehandlung wird zunächst die Karies großflächig entfernt und der Zahn bis zu den Wurzelkanälen eröffnet. Keine Angst: Das passiert in der Regel unter örtlicher Betäubung – bei ganz ängstlichen Patienten sogar unter Vollnarkose. Jetzt kommen feine Bürstchen zum Einsatz, mit denen das entzündete Material und der Zahnnerv aus den Wurzelkanälen entfernt werden. Handelt es sich um eine akute Entzündung, können zusätzlich antibiotische Mittel eingebracht werden, um der Entzündung Herr zu werden. Ist die Reinigung der Kanälchen vollbracht, Ihr Zahnarzt kann aber eine weitere erforderliche Säuberungsaktion (in der Regel sind es meist zwei bis drei solcher Reinigungen) nicht ausschließen, werden zur Stabilisierung der Wurzelkanäle meist sogenannte Guttaperchastäbchen eingebracht. Dann wird der Zahn zunächst provisorisch verschlossen. Nach zwei bis drei Monaten überprüft der Behandler den Zahn erneut. Muss er nochmals säubern, werden die Stabilisierungsstäbchen wieder entfernt, nochmals gebürstet, dann wieder neue Stäbchen eingebaut. Es folgt erneut ein provisorischer Verschluss des Zahnes bis zum nächsten Termin – wieder in zwei bis drei Monaten. Ist der Zahnarzt schließlich davon überzeugt, alle Entzündungsreste entfernt zu haben, wird der Zahn mit Zement und Kunststoff endgültig geschlossen. Die Guttaperchastäbchen verbleiben in den Wurzelkanälen. Vorteil der Wurzelbehandlung: Der Zahn bleibt Ihnen erhalten. Nachteil: Der fehlende Nerv bedingt eine Minderversorgung des Zahnes – er kann jetzt schneller brechen oder aber sich gräulich verfärben. Natürlich kann Ihnen auch für diese Fälle Ihr Behandler alternative Angebote (Überkronung, Veneers, etc.) machen – sprechen Sie mit ihm darüber.

(Meldung vom 03.04.2009)

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