Die neue Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) – Teil III

Nachdem nun die inhaltlichen – und aus Sicht der Zahnärzteschaft doch eher unbefriedigenden Änderungen der GOZ belichtet wurden, wenden wir uns den größten Knackpunkten der neuen GOZ zu – der Verteilung der entstehenden Mehrkosten und des nicht angepassten Punktwertes der einzelnen Leistungen der GOZ...

Nach Auffassung der an der Änderung beteiligten Fachleute sollte die Anpassung der GOZ einen Honorarzuwachs (für private Liquidationen) von etwa 6,0 Prozent für die Zahnärzte ergeben. Das wären in monetärer Sichtweise sagenhafte 345 Millionen Euro mehr pro Jahr, die sich auf folgende Kostenträger verteilen würden:

etwa 59 Millionen für die Beihilfe,
etwa 114 Millionen für die privaten Krankenversicherer (PKV) sowie
sage und schreibe etwa 164 Millionen für die Privathaushalte in Form von erforderlichen Zuzahlungen.

Dennoch ist die Bundeszahnärztekammer davon überzeugt, dass es kaum zu steigenden Honoraren für die Zahnärzte kommen wird. Das allerdings sieht die PKV ganz und gar anders. Sie rechnet mit einer Kostensteigerung von 14 bis 20 Prozent (die sie ganz gewiss nicht aus der Portokasse, sondern garantiert von ihren Versicherten wieder „reinholen“ wird). Fazit dieser neuen GOZ für den Nicht-Privatversicherten ist, dass er künftig noch wesentlich kräftiger zur Kasse gebeten werden wird, als das bislang bereits der Fall ist. Nach einer groben Hochrechnung der Gesetzlichen Krankenkassen werden ihre Versicherten künftig für eine Vollkrone bis zu 74 Euro, für eine zweiflächige Einlagefüllung bis zu 100 Euro und für eine Teleskopkrone bis zu 250 Euro mehr dazuzahlen müssen, als bisher. Bleibt die Frage, ob neben den Zahnärzten also nicht auch die gesetzlich Versicherten ein wenig sauer sein sollten...

Der größte Knackpunkt aus Sicht der Zahnärzte ist hingegen nicht nur die Erhöhung der Zuzahlungen ihrer Patienten (und damit einhergehend wohl möglich der Verzicht auf medizinisch notwendige Behandlungen), sondern vielmehr der seit Urzeiten (seit 1988 nämlich) nicht mehr angepasste Punktwert für die einzelnen Leistungsarten, die in der GOZ gelistet sind. Dieser Punktwert beträgt nach wie vor 5,62421 Cent. Der Endpreis einer zahnärztlichen Leistung entsteht nämlich aus der Multiplikation dieses Punktwertes mit der Punktzahl der einzelnen Leistung nach GOZ und dem entsprechenden Steigerungsfaktor (je nach Schwierigkeit der Behandlung von 1,0 bis 3,5fach). Da nun weder der Punktwert noch die Punktzahl in der neuen GOZ dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechend angepasst wurden und auch Steigerungsfaktoren über den 3,5fachen Satz kaum noch von Beihilfe oder PKV anerkannt werden, bleiben entweder die Zahnärzte auf ihren steigenden Praxiskosten hängen oder aber die Patienten sind wieder einmal die Mehrzahlenden.

Wir meinen, wir sollten uns der Auffassung der Zahnärzte anschließen und unseren Unmut gegen diese „kleine“ Reform der GOZ kundtun. Wenn es vielleicht zu guter Letzt auch nicht immer wirklich etwas bringt. Aber: Die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt...

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 30.01.2012)

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