Karies ist nicht gleich Karies...

Karies - die UnterschiedeKaries ist nicht gleich Karies – die eine ist noch „umkehrbar“, die andere oberflächlich, die nächste geht echt in die Tiefe. Damit Sie beim nächsten Blick in den Spiegel vielleicht entscheiden können, ob der Zahnarztbesuch lieber gleich mit Blaulicht oder doch eher noch zu Fuß erfolgen kann, geben wir Ihnen mal einen groben Überblick über Carius (und Bactus):

Die Zahnfäule – besser wohl mittlerweile als Karies bekannt – wird von den Fachleuten in mehrere Schweregrade unterteilt. Maßgeblich bei der Einteilung ist das Ausmaß des kariösen Schadens: Befindet sich der Schaden innerhalb des Zahnschmelzes, spricht man von Caries initialis oder Caries superficialis.

Sind allerdings die tieferen Schichten des Zahnes betroffen, liegt – je nach Tiefe der Kavität (des Loches, aus dem Lateinischen von cavum = Höhle oder konkav = einwärts gewölbt) eine Caries media oder profunda vor. Die Caries initialis (aus dem Lateinischen für initium = Beginn, Anfang) ist noch umkehrbar.

Der Mineralverlust des Zahnschmelzes zeigt sich an einem weißlichen Fleck. In diesem Stadium kann durch eine bessere Mundpflege und gleichzeitige Unterstützung des Zahnarztes (zum Beispiel durch eine Fluoridierung) eine erneute Einlagerung von Mineralstoffen erzielt und damit die Karies noch einmal umgekehrt werden.
Tritt diese Initialkaries bereits bei Kindern auf, ist es ein gesichertes Zeichen für eine erhöhte Kariesanfälligkeit. Diese kann allein durch eine unnachgiebige Zahnpflege im Zaum gehalten werden.

Die Caries superficialis ist ebenfalls eine oberflächliche, allerdings nicht mehr umkehrbare Variante. Unter der intakten Oberfläche des Zahnes ist aufgrund eines Mineralverlustes bereits ein echtes Loch entstanden, in welchem sich ganz wunderbar die Beläge ansammeln. Dennoch befindet sich diese Art der Karies zunächst lediglich an der Oberfläche des Zahnschmelzes und verursacht daher auch keinerlei Schmerzen.

Erreicht das Ausmaß des Loches dann das Dentin, spricht man bereits von einer Caries media – der Unterschied ist allerdings sehr fein. Auch eine Caries media muss nicht unbedingt zu Schmerzen führen. Aber das Zerstörungswerk der Bakterien und die Fäulnisprozesse gehen unaufhörlich weiter – es sein denn, die Caries media wird vom Zahnarzt entdeckt und gestoppt.

Rückt die Karies schließlich dem lebenden Teil des Zahnes – der Pulpa – immer näher, spricht man von einer Caries profunda. Jetzt sind bereits große Teile des Zahnes von der Karies befallen. Ohne den Einsatz des zahnärztlichen Bohrers würde der Zahn komplett zerstört werden. Spätestens in diesem Stadium haben die meisten Menschen auch Schmerzen. Bleibt dieser allerdings – wie in manchen Spezialfällen – aus, kann manchmal auch der Bohrer nichts mehr retten.

Fazit: Eine ausgiebige, regelmäßige Zahnpflege daheim und die mindestens zweimal im Jahr anstehenden Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt können zwar eine erhöhte Kariesanfälligkeit nicht verhindern, aber die Entstehung einer manifesten Karies vielleicht sogar von Anfang an unterbinden.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 09.01.2012)

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