Milchzähne – wann dürfen sie wackeln?

Viele Eltern sind verunsichert, wenn es um den ersten Zahnwechsel ihrer Kleinen geht. Wann darf ein Milchzahn frühestens wackeln, ohne Probleme für das bleibende Gebiss zu verursachen? Wann sollte er aber spätestens wackeln, um Platz für die neuen, wesentlich größeren Zähne zu schaffen?

Zur allgemeinen Beruhigung: Es gibt keine genauen Zeitangaben – der Wechsel des Milchzahn-Gebisses ist sehr individuell. Eindeutig ist lediglich, dass dieser Wechsel in zwei Phasen abläuft.
Meist gibt es den ersten Wackelzahn im sechsten Lebensjahr. In der Regel sind es sogar fast zeitgleich die zwei unteren, mittleren Schneidezähne, die das kindliche Gebiss zuerst verlassen. Ist der Anfang erst einmal gemacht, folgen die übrigen sechs Schneidezähne des Milchzahngebisses des Ober- und Unterkiefers häufig noch im selben Jahr. Gleichzeitig kommen hinter den beiden Seitenzähnen des Milchgebisses bereits die ersten zwei „Bleibenden“.

Dies ist für Eltern ein wichtiger Zeitpunkt, denn diese beiden Zähne sollten – da noch nicht vollkommen ausgehärtet und damit extrem Karies anfällig - nicht nur ganz akribisch gereinigt, sondern auch beim Zahnarzt einer Versiegelung unterzogen werden. Allerdings brauchen Sie sich im Hinblick auf diese neuen sogenannten „Sechser“ keinen Stress machen, wenn nicht nur Sie, sondern auch Ihre Kids regelmäßig zweimal im Jahr zur zahnärztlichen Kontrolle gehen. Der Zahnarzt sieht nämlich alles – aber am liebsten jungfräuliche, frisch dem Kiefer entwachsene Zähne, die es flugs zu versiegeln gilt.

Die Phase zwei des Zahnwechsels wird etwa mit dem neunten Lebensjahr eingeläutet. Jetzt sind die Seitenzähne an der Reihe, die durch die neuen und dem mittlerweile auch gewachsenen Kiefer der Kinder entsprechend größeren Zähne ersetzt werden. Mit etwa zwölf Jahren kommen außerdem noch die zweiten bleibenden Backenzähne hinzu, die im Milchzahngebiss gar nicht vorhanden waren. Schließlich und zu guter letzt verabschieden sich auch die inzwischen viel zu klein geratenen Eckzähne und werden ebenfalls durch die neuen Reißzähne ersetzt.

Bleiben schließlich noch die meist doch eher lästigen Weisheitszähne, die manchmal schon mit 16 Jahren, manchmal erst mit 20+ und manchmal einfach gar nie ihren Weg durch das Zahnfleisch finden. Übrigens heißen sie in der Tat Weisheitszähne, da sie erst recht spät erscheinen und man davon ausgehen kann, dass ihr Besitzer bis dahin eine gewisse Weisheit erlangt haben könnte.

Wir hoffen nun, dass wir Ihnen etwas Licht in das Dunkel der Zahnung bringen konnten. Sollten Sie nach wie vor ein wenig verunsichert sein, nehmen Sie Ihre Kleinen doch einfach immer mal wieder zu Ihren Zahnarzt-Terminen mit. Zum einen nimmt das in jedem Fall die Angst vor dem Mann in Weiß, zum anderen kann der Fachmann ja auch hin und wieder mal einen Kontrollblick auf das Milchgebiss werfen.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia


(Meldung vom 03.01.2012)

Weitere Meldungen der Zahnmedizin:
Alle Jahre wieder...
Mundgeruch (Halitosis) war Thema am Tag der Zahngesundheit
Zähne putzen macht Spaß...
Morgen Kinder wird´s was geben...
Zahn von Beatles Legende versteigert
Mondwissen: Zahnsteinentfernung ohne „weh“ und „ach“
Zahngesundheit - Mundgeruch nein danke!
Bessere Zahngesundheit in Deutschland?
Gehen Sie regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle?
Zahnunfälle: Auf die schnelle Rettung kommt es an