Bessere Zahngesundheit in Deutschland?

bessere ZahngesundheitGut Ding will bekanntlich Weile haben. So scheint das auch mit der Mundhygiene und der Zahngesundheit zu sein. So belegt der neueste Bericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), dass zwischen 1991 und 2009 beispielsweise die Zahl der gezogenen Zähen um fast 20 und die Zahl der über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechneten Füllungen sogar um 35 Prozent zurückgegangen sind. Grund zur Freude?

Grund zur Freude besteht nach Auffassung des KZBV-Vorstandes allerdings dennoch nicht. Denn nach wie vor werden allein bei den gesetzlichen Krankenkassen 56 Millionen Kariesfälle und über 13 Millionen Zahn-Extraktionen (Extraktion = Zahn ziehen) pro Jahr gemeldet. Dementsprechend gilt es weiterhin vor allem, die mundhygienische Aufklärungsarbeit intensiv fortzuführen. Und zwar gezielt in den von Karies besonders betroffenen Gruppen. Hierzu gehören vor allem Kinder und Jugendliche, Schwangere, Patienten mit Speichelfluss hemmenden Medikamenten sowie Pflegebedürftige oder demente Patienten.

Bei den Kindern und Jugendlichen ist vor allem die investierte Zeit in die Mundhygiene ein großes Problem. Oftmals verschachteln sich die Zähne während des Zahnwechsels – enge Zahn-Zwischenräume entstehen und die Handhabung einer Zahnseide ist häufig noch nicht geübt. Hier helfen nur regelmäßige – mindestens zweimalige – Kontrollen pro Jahr beim Zahnarzt, um einen eventuell entstehenden Karies frühzeitig zu erkennen.

In der Schwangerschaft kommt es häufig zu Zahnfleisch-Irritationen und dadurch zu einer Vernachlässigung des regelmäßigen Zähneputzens. In diesem Fall sollten weiche Bürsten zum Einsatz kommen, trotz Zahnfleischblutens regelmäßig geputzt werden und die Prophylaxe-Angebote des Zahnarztes in kurzen Intervallen wahrgenommen werden.

Patienten mit Speichelfluss hemmenden Medikamenten sollte eine Anregung des Speichelflusses durch zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons sowie durch harte Speisen nahegelegt werden. Außerdem wäre eine Zahnpasta mit Natriumbikarbonat ratsam, da auch diese die Speichelbildung anregt.

Bei pflegebedürftigen Patienten ist eine Unterstützung bei der Mundhygiene durch das Pflegeperson unerlässlich, da die motorischen Fähigkeiten der älteren Menschen häufig eingeschränkt sind. Sollten Zahnarzt-Besuche nicht mehr möglich sein, können Hausbesuche eines Zahnarztes erfragt werden. Diesen Service bieten mittlerweile zahlreichen Praxen an.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 02.11.2011)

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