Zahnunfälle: Auf die schnelle Rettung kommt es an

AWenn man als Kind einen Milchzahn verliert, ist das in der Regel ein tolles Ereignis. Denn in den meisten Familien kommt dann – wenn der Zahn ordnungsgemäß unter dem Kopfkissen im Bett gelagert wurde – die Zahn-Fee und bringt eine kleine Überraschung. Handelt es sich im späteren Kindesalter allerdings um einen bleibenden Zahn, der – meist aufgrund eines Unfalles – verloren geht, sieht das ganz anders aus.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde erleiden circa 30 Prozent der acht- bis zwölfjährigen Kinder durch einen Unfall Schäden am bleibenden Gebiss. In den meisten Fällen sind Stürze der Grund für einen Zahnverlust. Auch stoßen Kinder häufiger mit Spielkameraden oder Gegenständen zusammen als Erwachsene. Zum einen ist nämlich der kindliche Kopf im Verhältnis zum Körper wesentlich größer und schwerer, zum anderen sind die Kids oft nicht schnell genug, um sich im Sturzfall mit den Armen abzufangen. Somit landen sie leider häufig auf dem Kopf. Eltern und Erziehungspersonal sollten in solchen Fällen genau wissen, was zu tun ist, um den ausgeschlagenen Zahn doch noch zu retten. Das erste Gebot der Stunde heißt EILE. Je schneller ein ausgeschlagener Zahn oder ein Zahnbruchstück in ein zellverträgliches Milieu kommt, desto besser.

Genau für diesen Zweck wurden die sogenannten Zahnrettungsboxen entwickelt, die man mittlerweile in jeder Apotheke beziehen kann. In ihnen aufbewahrte Zähne können noch bis zu 48 Stunden nach dem Unfall wieder eingesetzt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der ausgebrochene Zahn nicht länger als fünf bis zehn Minuten außerhalb des Mundes liegt und trocknet. Bei kühl-feuchter Witterung sind es sogar 20 bis 30 Minuten Zeit, die für die Suche nach dem verlorenen Zahn bleiben. Ist keine Zahnrettungsbox verfügbar, kann man den Zahn auch kurzfristig in H-Milch lagern. Allerdings sollte auch in diesem Fall so schnell wie möglich eine Zahnrettungsbox organisiert, beziehungsweise schleunigst ein Zahnarzt aufgesucht werden.

Niemals sollte versucht werden, ausgebrochene Zähne selbst wieder einzusetzen. Auf gar keinen Fall sollte man die Fundstücke vor der fachgerechten Lagerung reinigen. All diese Aufgaben verschwenden zum einen Zeit, zum anderen kann das der schnellst möglich aufgesuchte Zahnarzt eh alles viel, viel besser.

Eine Zahnrettungsbox (beispielsweise Dentosafe oder miradent SOS) erhalten Sie übrigens je nach Anbieter für um die 20 Euro in der Apotheke oder via Internet. Der Inhalt der Fläschchen ist drei Jahre haltbar und sollte dann ausgewechselt werden.

Wir meinen: Eine Investition, die unbedingt jeder Haushalt tätigen sollte, denn ein neuer Ersatz-Zahn wird da schon wesentlich kostspieliger.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 17.10.2011)

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