Fluorid-Zahnpasta: Bitte nicht spülen.

Zähneputzen als FamilieneventFluorid, Fluorid, Fluorid – redet man über Zähne und Zahngesundheit, ist dieses Schlagwort nach wie vor nicht wegzudenken. Die einen lehnen es gnadenlos ab, die anderen schwören drauf. Fluorid – der Stoff, der die Geister scheidet.

Doch diesmal wollen wir kein Pro oder Contra zu diesem stark umstrittenen Stoff bieten. Nein – diesmal gehen wir einfach einmal davon aus, dass Sie als regelmäßig zweimal am Tag Zähneputzende sich ganz eindeutig zu einer fluoridhaltigen Zahnpasta entschlossen haben. Wie garantiert mindestens 95 Prozent dieser regelmäßig Putzenden, werden auch Sie nach dem Emulgieren und Schrubben der Zähne sicherlich den mit Wasser gefüllten Zahnputzbecher zur Hand nehmen und den Mund von den Rückständen der Zahnpasta befreien.

Und genau das ist FALSCH.

Man kann nämlich den Kariesschutz durch die in der Zahnpasta enthaltenen Fluoride noch wesentlich erhöhen, wenn nach dem Zähneputzen das Ausspülen mit Wasser entfällt. Einfach nur die aufgeschäumte Paste ausspucken, Mund abreiben, fertig.

Und genau diese und viele andere Tipps kommen nicht etwa von irgendwem. Sie entstammen dem Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten in Frankfurt (IME). Nach dem Wissen dieser Fachleute gehört zur Kariesvorbeugung allerdings nicht nur das regelmäßige Putzen – und wir sprechen hier von mindestens dreimal – nämlich immer nach den Hauptmahlzeiten. Vielmehr gehört zu einer perfekten Karies-Vorbeugung zudem eine gesunde Lebensführung (eine ausgewogene Ernährung, kein Nikotin, wenig Süßes und Saures, etc.).

Dennoch: Selbst eine komplette und konsequente Umstellung des Ernährungsverhaltens ist längst nicht so erfolgreich im Kampf gegen Karius und Baktus, wie der Einsatz von Fluorid. Dies besagt zumindest eine vom IME zitierte neuere belgische Forschungs-Studie.

Also: Zwei- bis dreimal regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta und dem definitiven „Nein“ zum Nachspülen mit Wasser scheint momentan der wirksamste Kariesschutz zu sein.

Probieren Sie es doch einfach einmal aus und machen Sie die regelmäßige Zahnreinigung zu einem familiären Event. Zeichnen Sie die Ergebnisse auf und zack – schon haben Sie Ihre Familien eigene Karies-Studie. Wenn es dem Schutz vor Karies dient, ist doch so gut wie jedes Mittel erlaubt, oder?

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 06.09.2011)

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