Spucke – das Gesund-Elexier für unsere Zähne

Spucke für die ZähneJeder hat sich stets und ständig bei sich. Manchmal läuft sie einem allein beim Anblick eines leckeren Essens massig im Munde zusammen und manchmal ist sie auch ein wenig peinlich – flutscht sie einem beispielsweise spontan und ungewollt aus dem Mund – die menschliche Spucke.

Der menschliche Speichel ist für ein gesundes Gebiss und eine funktionierende Mundschleimhaut das A und O. Nach dem Essen umspült er die Zähne und nimmt dabei Nahrungsreste und Mikroorganismen einfach mal schnell mit. Dadurch werden die durch die Nahrung entstandenen Säuren neutralisiert und gleichzeitig Kalzium- und Phosphat-Ionen für die Remineralisierung der Zähne geliefert. Gebildet in zahlreichen Speicheldrüsen, sorgt die Spucke außerdem dafür, dass sich die stets und stetig im Mundraum befindlichen „schlechten“ Bakterien oder gar Viren oder Pilze gar nicht erst nach Herzenslust ausbreiten können. Unsere Spucke sorgt damit für das ökologische Gleichgewicht in unserem Mundraum.

Gute Gerüche oder der Anblick eines leckeren Essens kurbeln die Speichelproduktion an: Uns läuft quasi das Wasser im Mund zusammen. Auch Kauen stimuliert die Speicheldrüsen und stellt den „Weichmacher“ für unsere Nahrung in ausreichender Menge zur Verfügung. Außerdem ist im Speichel das Verdauungsenzym Pytalin enthalten, welches der Vorverdauung der Kohlenhydrate dient. Dieses Enzym zerlegt die langkettigen Stärkebestandteile der Nahrung in kürzere sogenannte Oligosaccharide. Das kann man übrigens selbst einmal ausprobieren, indem man ein Stück Brot extra lange kaut und es plötzlich ganz süß wird – das sind die Oligosaccharide...

Leider stoppt der Speichelfluss bereits etwa fünf Minuten nach dem Essen wieder. Meist sind innerhalb dieser kurzen Zeit allerdings noch längst nicht alle „schlechten“ Bakterien aus der Mundhöhle weggeschwemmt. Daher wird empfohlen, nach jeder Mahlzeit die Zähne zu reinigen. Und ist gerade einmal die Zahnbürste nicht greifbar oder die Situation zum Putzen schlecht, empfehlen Zahnärzte daher nach dem Essen das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi. Denn das regt wieder die Speichelproduktion an und hemmt dadurch das Bakterienwachstum.

Übrigens leiden kleine Kinder, die viel durch den Mund atmen oder ältere Menschen, bei denen die Speicheldrüsen Stück für Stück weniger aktiv werden, häufig unter einem trockenen Mund. Leider bedingt dieses „Spucke wegbleiben“ erwiesenermaßen eine Steigerung des Kariesrisikos. Also: Kleine Kinder sollten daher unbedingt nach jeder Mahlzeit die Zähne putzen und die älteren Herrschaften ruhig ab und an mal zum Kaugummi greifen. Letztere gibt es ja mittlerweile auch in Zahnersatz-kompatiblen Varianten...

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 30.06.2011)

Weitere Meldungen der Zahnmedizin:
Zahngesunde Ernährung – die größten Irrtümer | Teil 2
Zahngesunde Ernährung – die größten Irrtümer | Teil 1
Projekt kontra Karies: Teen-Teeth in Österreich
Zahnputzmangel geht ans Herz
Professionelle Zahnreinigung – was geht ab?
Zahnimplantate - endlich wieder kraftvoll zubeißen
Ostereier gefunden? - Zahnhygiene nicht vergessen
Wurzelkanalbehandlung - Erhalt des Zahnes
Bombensichere „Dritte“
Keramik-Inlay via CEREC