Zahnputzmangel geht ans Herz

"Zähneputzen schützt neben den Zähnen auch unser Herz und unser Gehirn" - WOW! - was für eine reißerische Aussage der Deutschen Ärztezeitung vom 17. Juni letzten Jahres. Das schauen wir uns doch gleich einmal etwas genauer an.

Eine wissenschaftliche Studie aus London befragte 12.000 Männer und Frauen mit einem Alterdurchschnitt von 50 Jahren, wie häufig sie ihre Zähne am Tag reinigen. Die Umfragedaten wurden anschließend mit Klinikdaten verglichen. Demnach kam es innerhalb von acht Jahren zu 555 kardiovaskulären (das Herz und die Gefäße betreffende Erkrankungen) Ereignissen, von denen 170 sogar tödlich endeten. Das Erschreckende an diesem Ergebnis: Wer nur einmal am Tag die Zähne reinigt, geht ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko ein, eine Erkrankung des Herzens oder der Gefäße zu erleiden. Wird gar noch seltener geputzt, steigt dieses Risiko sogar um 70 Prozent.

Auch eine erhöhte Sterberate geht mit dem Mangel an Zahnhygiene einher: Wird einmal am Tag geputzt, steigt das Risiko, von einem kardiovaskulärem Ereignis mit tödlichem Ausgang heimgesucht zu werden, bereits um 10 Prozent. Wird noch weniger geputzt steigt diese Gefahr auf sagenhafte 50 Prozent. Alle Daten der Studie ergaben sich übrigens durch den Vergleich mit den Angaben der „zweimal am Tag Zähneputzenden“.

Erschreckende Erkenntnisse, die jedem Zahnputzmuffel einmal mehr die Wichtigkeit der zweimal täglichen Zahnhygiene daheim vor Augen führen sollte. Schade, dass nicht noch der Parameter zur Verteilung der kardiovaskulären Ereignisse auf die weiblichen und männlichen Teilnehmer hinzugezogen wurde. Denn leider ist es ja mehr als bekannt, dass die männliche Spezies ganz
besonders zur Zahnputz-Muffelfraktion gehört.

In jedem Fall zeigt diese britische Studie, dass wir alle aufgrund der seit Jahren immens steigenden Zahl der tödlichen Herzinfarkte, Schlaganfälle etc. einmal mehr an die regelmäßige Zahnpflege denken sollten. Nehmen Sie sich wieder Zeit für ihre Zähne, wechseln Sie die Zahnbürste als bekennende Bakterienschleuder regelmäßig und gehen Sie zweimal im Jahr zur Kontrolle zum Zahnarzt. Auch wenn natürlich nicht ausschließlich die Zähne für kardiovaskuläre Ereignisse verantwortlich schreiben – schaden kann ein gesundes, gepflegtes Gebiss auf gar keinen Fall.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 27.05.2011)

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