Keramik-Inlay via CEREC

Keramik Inlay mit CEREC VerfahrenDa ist eine Füllung porös – die sollten wir erneuern.“ Sprach der Zahnarzt meines Vertrauens. Zur Wahl stellte er mir ein „Kassenmodell“, eine Kunststoff- oder eine Keramikfüllung mittels CEREC hergestellt. Die Entscheidung fiel auf die Kunststoff-Ausführung, da die Kassenfüllung doch nicht wirklich der Brenner ist.

Kurzerhand losgelegt, stellte sich leider heraus, dass sich unter dem (ur-)alten bisherigen Verschluss eine tief greifende Karies verbarg. Nachdem diese unter viel Schweiß meinerseits (wer lässt sich denn schon eine Spritze geben?) entfernt war, klaffte nun allerdings ein mit der Zahnspitze erfühlter Krater statt des erwarteten Löchleins im Zwei-Siebener. O.k., die Zunge empfindet ein Loch im Zahn als wesentlich größer, als es in der Tat ist.

Dennoch stand neben den bisherigen Varianten jetzt noch eine weitere Lösung im Raum: Ein Keramik-Inlay. Und da ich überhaupt gar keine Lust hatte, nach einigen Jahren einer Kunststofffüllung für die erneute Befüllung wieder kostbare Zahnsubstanz verlieren zu müssen, entschied ich mich für das Keramik-Inlay.

Ein großer Vorteil dieser innovativen Zahnfüllung: Sie ist nahezu unbegrenzt haltbar, absolut dicht und schmiegt sich so eng in den echten Zahn, dass selbst ein Fachmann sie nur schwer als Füllung erkennen kann.
Ein weiterer großer Vorteil des von meinem Zahnarzt angebotenen Cerec-Modells (CEramic REConstrution) liegt darin, dass lediglich einige Bilder vom Zahn beziehungsweise vom bestehenden Krater gescannt und diese unmittelbar an den Computer geschickt werden. Keine Abdrücke mehr, kein Provisorium und kein Warten auf die echte Füllung.
Am Bildschirm nimmt der Zahnarzt dann noch ein paar kleine Feinarbeiten am 3-D-Modell vor und schickt den so entstandenen Datenrohling an die im Hause befindliche Fräsmaschine. Nach einem kurzen „enter“ auf der Tastatur und fünf Minuten Fräsarbeit (der der Patient gern beiwohnen kann) ist das Inlay auch schon bereit für den Einsatz im Zahn.

Also eigentlich. Kommt es allerdings beim Einscannen oder der Datenübermittlung zu Problemchen oder rauscht einfach mal das Programm ab (Datenfluten sollten nie unterschätzt werden), kann sich die Sache mit dem Einsetzen teilweise doch etwas in die Länge ziehen. So auch in meinem Fall. Aus der eigentlichen easy halb- bis dreiviertel Stunde für das zweiflächige Inlay können dann gern schon mal zwei oder drei werden. Schade – zumal der Zahnarzt für diese Computer-Verwirrungen nun mal gar nichts kann. Außerdem zwingt ihn diese sagenhafte Verlängerung der Stuhlzeit bei ein und demselben Patienten, wertvolle Zeit für die übrigen – meist schon im Wartezimmer verharrenden – Patienten zu verlieren.

Fazit: Cerec-Inlays, -Brücken, -Kronen oder –Implantatteile sind eine wirklich tolle Sache, da sie in der Regel immens an Zeiten und Wegen der Patienten sparen. Ärgerlich allerdings, wenn die teure Computer- und Frästechnologie des öfteren nicht so will, wie sein kundiger Nutzer. Aber: Das nächste Update kommt bestimmt – und dann wird ja meist alles besser.

Übrigens: Mein Zahnarzt hat gestern ein ähnliches Inlay innerhalb von 40 Minuten eingebaut. Nach seinem Bekunden war das schneller, als eine entsprechend große Kunststofffüllung in Anspruch genommen hätte...

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: flickr

(Meldung vom 08.04.2011)

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