Rezessionsabdeckung – Zahnfleisch aufrüsten

ZahnfleischbehandlungDas man auch das Zahnfleisch kosmetisch aufpeppen kann – in manchen Fälle dies sogar medizinisch indiziert ist – haben Sie letztens bereits nachlesen können. Jetzt möchten wir Sie noch über die verschiedenen Techniken beziehungsweise Varianten einer solchen Rezessionsabdeckung informieren.

Die Rezessions-Abdeckung gehört zur plastischen Parodontal-Therapie. Neben einer ansprechenderen Ästhetik werden empfindliche freiliegende Zahnhälse mit dem neuem Zahnfleisch geschützt und dadurch in vielen Fällen eine Wurzelkaries verhindert. Also: Von einer rein kosmetischen Operation kann bei den meisten Patienten nicht gesprochen werden.

Es gibt drei Möglichkeiten für eine Rezessionsabdeckung:
- Membrantechnik
- Bindegewebstransplantation oder
- Zahnfleischtransplantat.

Je nach den örtlichen Verhältnissen entscheidet sich der Zahnarzt für die bestmöglich umsetzbare Technik.

Grob erklärt:
Membrantechnik
Ist ausreichend gesundes Zahnfleisch vorhanden, kann dieses quasi gedehnt werden und mit einer zusätzlichen Membran dem Zahn wieder ausreichend Halt bieten. Der Vorteil dieser Methode: Es gibt nur eine Operationsstelle und die Farbanpassung ist ebenfalls unproblematisch.

Bei der Bindegewebetransplantation wird das erforderliche Bindegewebe häufig aus der Gaumenregion entnommen und an die betroffenen Stellen verpflanzt.
Nachteil: Hier entstehen mindestens zwei Wunden – die farbliche Anpassung kann ab und an etwas Probleme bereiten.

Beim Zahnfleischtransplantat wird gesundes Zahnfleisch entnommen und an die entsprechende bedürftige Stelle verpflanzt. Auch hier gibt es wieder mindestens zwei Operationsstellen und die Farbanpassung kann schwieriger sein. Natürlich ist es – wie bei jeder Transplantation von menschlichem Gewebe – auch immer möglich, dass der Körper das transplantierte Material wieder abstößt. Allerdings ist das bei Zahnfleischgewebe wohl überaus selten der Fall.

Rezessionsabdeckungen gehören mittlerweile zur alltäglichen Leistung der Zahnchirurgie und die Ergebnisse sind fast immer sehr ordentlich. Nichts desto trotz handelt es sich nach wie vor um einen überaus schmerzhaften Eingriff. Daher treffen die Fachleute die Entscheidung über die Wahl der Technik vor allem auch nach der Schmerzempfindlichkeit des betroffenen Patienten.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto:fotolia

(Meldung vom 07.03.2011)

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