Kieferorthopädische Behandlung schon bei Kleinkindern?

Zahnspange bei KindernFakt ist, dass aufgrund unseres immensen Längenwachstums – im Bezug auf den Kiefer vor allem das generelle körperliche Längenwachstum in Verbindung mit der Verschmälerung des Kopfes und den daraus resultierenden Kieferfehlstellungen - immer mehr Kinder eine kieferorthopädische Behandlung benötigen. Meist beginnt diese Behandlung im späten Wechselgebiss oder im
bleibenden Gebiss – also in der Regel etwa mit dem elften Lebensjahr (bei manchen Kinder allerdings auch später).


Bei einigen Kieferfehlstellungen kann allerdings auch ein wesentlich früherer Behandlungsbeginn sinnvoll, beziehungsweise ein späterer Beginn mit erheblichen Schwierigkeiten oder gar einer Nichtkorrekturmöglichkeit einhergehen.

Hierzu gehören beispielsweise:
- spezielle Formen des frontalen offenen Bisses
- die sogenannte Progenie
- lateraler (von der Körpermitte abgewandt) Kreuzbiss
- traumatisch bedingte Kieferanomalien oder
- Fehlentwicklungen bei einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte.

Für Privat-Versicherte ist das überhaupt kein Problem: Sie reichen den Heil-
und Kostenplan bei Ihrer PKV (Private KrankenVersicherung) ein und bekommen entsprechend des Leistungskataloges Ihres Vertrages die Leistungen erstattet, wenn die medizinische Indikation gegeben ist.

Ganz anders sieht das bei den gesetzlich Versicherten aus. Die Gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an einer medizinisch notwendigen kieferorthopädische Behandlung vor Beginn der zweiten Phase des Zahnwechsels leider nur in wenigen – in der Tat sind es sagenhafte fünf - begründeten Ausnahmefällen. Sollten diese fünf Gründe bei Ihrem Kind nicht greifen, diese frühzeitige kieferorthopädische Behandlung allerdings vom Kieferorthopäden dringend angeraten sein, können diese Behandlungskosten nur privat vereinbart werden. Und das wird in den meisten Fällen ein wirklich teuerer Spaß.

Um diese Problematik von vornherein zu umgehen, ist es extrem ratsam, für den Nachwuchs so früh wie möglich eine private Zusatzversicherung zumindest für den Bereich der Zahnbehandlung, der Kieferorthopädie und den Zahnersatz abzuschließen. Je früher diese Zusatzversicherungen abgeschlossen werden, je geringer sind die Beiträge. Die Kostenbeteiligung für kieferorthopädischen Leistungen beträgt bei den meisten Verträgen 50 bis 75 Prozent der anfallenden, medizinisch notwendigen Kosten. Bei einem zusätzlichen monatlichen Beitrag von circa 10 Euro sicherlich eine sehr gute Investition. Denn nach wissenschaftlicher Auffassung ist das menschliche Längenwachstum nach „oben“ bisher noch nicht begrenzt.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 21.02.2011)

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