Mundgeruch – doch geerbt?

Mundgeruch bei ZahnproblemenMundgeruch – medizinisch Halitosis oder Foetor ex ore genannt – ist eine überaus unangenehme Sache. Denn die meisten Menschen merken gar nicht, dass sie einen solchen Mundgeruch haben. Und: Wer weist sein Gegenüber schon gern darauf hin, dass er übel aus dem Mund riecht? Nicht wirklich viele, wird ein schlechter Atem doch in der Regel mit mangelnder Mundhygiene gleichgesetzt.

Diese mangelnde Pflege ist allerdings nur in wenigen Ausnahmefällen der tatsächliche Grund für den Foetor ex ore. Vielmehr fanden Dentalforscher der Kyushu Universität in Fukuoka (Japan) nun heraus, dass die Zusammensetzung der Mundbakterien bereits ab der Geburt verantwortlich dafür ist, ob der Mensch Mundgeruch haben wird, oder eher nicht.

Für die Untersuchung analysierten die Forscher Speichelproben von 240 Halitosis-Patienten und fanden heraus, dass bei den meisten Menschen mit Mundgeruch wohl eine auffallend geringe Konzentration von leichtflüchtigem Schwefel für den schlechten Atem ausschlaggebend ist. Im Gegenzug waren bei diesen Patienten die Anteile anderer Bakterienarten, wie beispielsweise der Streptokokken, in der gesamten Mundflora sichtlich erhöht. Dies könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass antibakterielle Mittel bei massivem Mundgeruch das Übel nur kurzfristig beseitigen können.

Die Lösung sehen die findigen Wissenschaftler allein in einer Änderung der Zusammensetzung der Bakterienpopulation im Mundraum. In jedem Fall sollten Halitosis geplagte Patienten neben der täglich zweimaligen Zahnpflege auch ihre Zunge ausgiebig reinigen. Denn die Zunge ist eigentlich der größte Bakterienträger im Mund. Daneben sind regelmäßige professionelle Zahnreinigungen in der Zahnarztpraxis für Mundgeruch-Patienten ein absolutes Muss. Dann sollte der schlechte Atem einiger Maßen im Griff zu halten sein.

Bis die Wissenschaft eventuell neue Wege zur Bekämpfung des Mundgeruchs findet, bleibt den Betroffenen also wieder mal nur eines: putzen, putzen, putzen. Wir berichten, sobald sich neue wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben sollten.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 14.02.2011)

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