... wieder mal die Raucher - Zahnausfall vorprogrammiert?

Gehören Sie auch immer noch zur Fraktion der unbelehrbaren Genuss-Raucher? Sicherlich gehen die Debatten um Rauchen oder Nichtrauchen am Arbeitsplatz oder in der Kneipe um die Ecke auch an Ihnen nicht unbemerkt vorüber. Dennoch konnten Sie sich bisher nicht dazu entschließen, dem Glimmstängel adé zu sagen? Dann lesen Sie doch mal über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse im Hinblick auf Ihr Gebiss – also was den Blauen Dunst anbelangt...

Eine Studie, die von der Bundeszahnärztekammer in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Berlin in Auftrag gegeben wurde, lässt vielleicht auch dem hartnäckigstem Genussraucher den Qualm wahrlich im Halse stecken bleiben. Sie besagt nämlich, dass Raucher ein doppelt so hohes Risiko für Zahnausfall haben, wie Nichtraucher.

Häufigste Probleme bereiten dabei nicht einmal die Zähne an sich. Vielmehr sind es die Zahnfleischerkrankungen wie beispielsweise die Parodontitis (früher Parodontose), die den Rauchern meist zu schaffen machen. Tja – und ist das Zahnfleisch entzündet und geht Stück für Stück zurück, lockern sich eben auch die Zähne. Wissenschaftliche Untersuchungen gaben als möglichen Grund für die Häufigkeit derartiger Entzündungen bei Rauchern den Inhaltsstoffen des verbrennenden Tabaks die Schuld. Sie forcieren ganz eindeutig den Abbau des Kieferknochens und führen daher früher oder später zum Zahnverlustes.

Außerdem erkranken jedes Jahr etwa 10.000 Menschen an Krebs der Mundhöhle oder des Rachens. Das Risiko beim Raucher liegt dabei ein bis sechsmal höher, als beim Nichtraucher. Und ganz nebenbei ist das Risiko der Männer immens höher, als das der Frauen: 2007 lagen die Erkrankungsraten bei Männern auf Platz 7 der Krebs-Todesursachen. Bei den Frauen war es lediglich der 16. Rang.

Wir denken, dies sollten ausreichend gute Gründe für Sie sein, bei Ihrem nächsten Zahnarztbesuch den Zahnfachmann vielleicht einmal auf eine Rauchstopp-Beratung anzusprechen. Denn: Mittlerweile bieten den Rauchstopp-Service nicht nur Heilpraktiker, Ärzte und Apotheker an. Immer mehr Zahnärzte erkennen, dass ihre meist langjährigen Patienten sich gern auch von ihnen vom Blauen Dunst wegbringen lassen wollen.

Eines ist allerdings klar: Ohne Ihren festen Willen, dem Glimmstängel zu entsagen, kann auch der beste Zahnarzt nicht wirklich ein Wunder vollbringen. Also: Gehen Sie mal in sich – vielleicht möchte Ihr tiefstes Inneres ja eigentlich schon gar nicht mehr rauchen?

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 27.10.2010)

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