Rissige Mundwinkel richtig behandeln

Das kennen Sie sicherlich auch: Sie wachen morgens auf und haben schon beim ersten herzhaften Gähner ein schmerzhaft spannendes Gefühl im Mundwinkel. Der Blick in den Spiegel bestätigt es: Die schmerzende Stelle ist rot und fühlt sich total trocken an. Ihr erster Griff geht nun zielstrebig zum altbekannten Fettstift – doch das ist nach neueren Erkenntnissen genau das Falsche.

Rissige Mundwinkel – medizinisch Mundrhagaden genannt – kommen in den besten Familien vor. Meist kann man gar nicht mehr sagen, warum sie plötzlich da sind. War es das saure oder scharfe Essen vom Vorabend oder lag es am nicht ganz sauberen Glas in der Eckkneipe.

In jedem Fall sind diese Risse sehr unangenehm und häufig überaus langwierig. Schließlich ist der Bereich um die Lippen ja nahezu immer feucht. Und genau das ist auch der Grund für die Einrisse: Die Feuchte. Das Einreiben der Lippen und damit auch der Rhagaden mit Fettstift verbessert die Heilung entgegen hinlänglicher Meinung jedoch nicht – es verschlimmert eher die Entzündung.

Mediziner empfehlen statt des obligatorischen Fettstiftes daher in jedem Fall eine zinkhaltige Salbe. Zinksalben hemmen die Entzündung und trocknen den Bereich der Einrisse richtig gut aus.

Verbessern sich die Beschwerden allerdings nicht nach ein paar Tagen oder kehren in kürzeren Abständen immer wieder, sollte ein Arztbesuch in jedem Fall ein Muss sein. Denn neben häufiger Beanspruchung und säurehaltigem Essen können rissige Mundwinkel auch erste Zeichen einer bakteriellen oder einer Pilzinfektion sein oder gar auf einen Mangel in der Ernährung (beispielsweise ein Mangel an Eisen, Zink oder anderen Vitaminen) hinweisen. Ist außerdem noch die Zunge heftig belegt, kommt man in den meisten Fällen um eine ärztlich verordnete medikamentöse Behandlung nicht herum.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 11.10.2010)

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