Tag des Kusses

Manchmal gibt es ja schon seltsam anmutende Gedenk- oder Feiertage: Der 6. Juli wird seit einigen Jahren als „Tag des Kusses“ deklariert. An diesem Tag gelang es einem Paar mit dem längsten Kuss der Welt – er dauerte satte 31 Stunden und 30 Minuten – in das Guiness-Buch der Rekorde zu gelangen. Was an den anderen Tagen des Kusses so ging, ist nicht in die Annalen eingegangen. Eines ist aber mal klar: Um so lange knutschen zu können muss man sich verdammt gut riechen können...

Genau damit sind wir auch schon beim Thema: Dem Mundgeruch. Denn erwiesen ist, dass etwa ein Drittel aller Deutschen mit dem schlechten Atem kämpft – und zwar dauerhaft – nicht nur ab und an.

Erwiesen ist ebenfalls, dass diese Gerüche bei der Mehrheit dieser Mundgeruch-Geplagten leider, leider aufgrund bakterieller Ansammlungen im Mundraum auftreten. Und nicht, wie häufig vorgeschoben, es sich um Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt handelt. Allerdings: Eine generalisierte schlechte Mundhygiene konnte den Betroffenen nicht nachgewiesen werden. Vielmehr sind es einfach auch individuelle Risikofaktoren, die die Hallitosis – den Mundgeruch – unterschiedlich stark auftreten lassen.

Mittlerweile gibt es daher auch zahlreiche Zahnarzt-Praxen, die sich auf dem Gebiet der Hallitosis-Prophylaxe spezialisiert haben. Sie bieten ihren Patienten eine speziell auf ihre Problematik abgestellte professionelle Zahnreinigung an. Zu ihr gehört vor allem auch die Erstellung der individuellen Risikofaktoren für die Entstehung des Mundgeruches. Ein ebenfalls dazugehöriger persönlicher Gesundheitsfahrplan zeigt dem Patienten klar und übersichtlich auf, wie er selbst und mit Unterstützung seines Zahnarztes entsprechende Risiken erkennen und minimieren, sowie eine dauerhafte Mundgesundheit erhalten kann.

Zur ausführlichen und verständlich erklärten und später professionell durchgeführten Prophylaxe gehört natürlich immer auch eine eingehende Unterweisung für den Hausgebrauch. Unter den Augen der Fachkräfte wird daher bereits in der Praxis das richtige Fädeln, der Einsatz der Interdentalbürstchen und der Zungenbürste sowie andere ungewöhnliche Handgriffe am Modell oder auch direkt im eigenen Mund vor dem Spiegel geübt. Denn nur dort, wo sich keine Bakterien mehr in den Nischen ungehindert mehren können, kann der Atem frisch bleiben. Und bei der Mundhygiene gilt ganz einfach: Übung macht den Meister.

Egal, ob Sie nun unter Mundgeruch leiden oder nicht. Lassen Sie sich doch immer mal wieder den richtigen Gebrauch von Zahnbürste, Zahnseide und Co. vom Prophylaxe-Team Ihres Zahnarztes zeigen. Manche Dinge des täglichen Lebens schleifen sich so ein, dass sie am Ende gar etwas zu lässig durchgeführt werden. Da wirkt eine kleine Auffrischung häufig Wunder.

Denken Sie doch einfach immer mal wieder an das gute Gefühl, stets für den nächsten genussvollen (und geruchsfreien) Kuss bereit zu sein. Er muss ja keine Stunden dauern...

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fofolia

(Meldung vom 10.09.2010)

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