Familien-Zahnbürste: Das absolute „NoGo“

Da hat man die Familie mal schnell auf einen netten Kurztripp nach XY entführt, nur hastig die nötigsten Sachen in die Reisetasche geworfen, und vor dem Zubettgehen stellt man dann in der Pension fest, dass leider die Zahnbürste von Mama oder Papa vergessen wurde. Kein Laden mehr auf und die Pensionsleitung hat auch keine Einmalzahnbürsten. Was tun?

Das Motto der altbekannten Musketiere „einer für alle, alle für einen“ darf in Sachen Zahnbürste in keinem Fall Anwendung finden. Es ist daher ganz wichtig, dass im oben genannten Fall nicht auf die Zahnbürste eines Familiemitgliedes zurückgegriffen werden sollte – auch nicht nur dieses eine Mal. „Familien-Zahnbürsten“ sind das absolute „NoGo“!

Denn: Auf den Bürstenköpfen tummeln sich die Reste der drei- bis vierhundert Bakterien, die unseren Mundraum ihr Zuhause nennen. Einige von ihnen sind gute Kerlchen – sie zersetzen unter anderem Speisereste. Andere wiederum sind ursächlich für die Entstehung von Karies.

Aus diesem Grund raten Zahnmediziner auch zum sogenannten jahreszeitlichen Wechsel der Zahnbürste. Das heißt, dass die Bürste pro Vierteljahr ersetzt werden sollte – auch wenn sie eigentlich noch ganz gut ausschaut.

Haben Sie sich schon gewundert, warum Sie in der letzten Zeit dauernd wiederkehrende Infekte haben? Wechseln Sie einfach einmal Ihre Zahnbürste. Sie werden sehen, die Infekt-Schiene ist plötzlich wie abgerissen. Zahnärzte empfehlen, nach jedem Infekt eine neue Zahnbürste zum Einsatz zu bringen.

Haben Sie – wie oben geschildert - einmal Ihre Zahnbürste vergessen, spülen Sie den Mund einfach kräftig mit klarem Wasser aus und nutzen Sie Ihre Finger als Bürstenersatz: Etwas Zahnpasta auf den Finger und heftig gerubbelt. Im Notfall immer besser, als sich durch die „Fremdbürste“ fremde Kariesbakterien in den Mund zu holen.

Übrigens sind wir Deutschen in Sachen „Bürstenwechsel“ gar nicht mal so schlecht: Europaweit belegen wir nach den Musterland Schweiz (hier wird im Schnitt drei- bis viermal im Jahr gewechselt) mit durchschnittlichen drei Wechseln pro Jahr den zweiten Platz. Bei unseren österreichischen Nachbar sieht das mit maximal zwei neuen Zahnbürsten pro Kopf und Jahr schon wesentlich schlechter aus.

Tipp: Kaufen Sie sich doch am Anfang des Jahres gleich Ihre höchstpersönlichen vier Saison-Zahnbürsten: Grün für den Frühling, gelb für den Sommer, braun für den Herbst und weiß für den Winter. Dann kann da doch gar nichts mehr schief gehen.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fofolia

(Meldung vom 06.09.2010)

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