Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter

Eine regelmäßige, mindestens zweimal täglich erforderliche Zahnpflege mit Bürste, Paste, Zahnseide und Co fällt schon vielen „ganz normalen“ Menschen erheblich schwer. Da erübrigt sich fast die Frage, wie es mit derselben bei Menschen mit Behinderung oder hohem Alter ausschaut, denen allein aufgrund motorischer Defizite die entsprechende Pflege nicht möglich ist. Daher rufen die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KBZV) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnheilkunde (DGAZ) jetzt das neue Motto aus.

Nach Auffassung der Vereinigungen ist die zahnmedizinische Versorgung der gesetzlichen Krankenkassen darauf ausgelegt, dass die Versicherten eine regelmäßige Eigenvorsorge in Form der täglichen Mundhygiene daheim sowie die zweimal im Jahr stattfindenden Vorsorge-Termine in der Zahnarztpraxis wahrnehmen. Dies ist allerdings vielen älteren sowie körperlich oder geistig behinderten Menschen gar nicht möglich.

Künftig sollen Pflegebedürftige (in Deutschland sind dies etwas zwei Millionen Menschen) und Menschen mit Behinderung (in Deutschland sind dies etwa 600.000 Menschen) auf einen Anspruch für besondere vorbeugende zahnmedizinische Leistungen ihrer Krankenkasse zurückgreifen können. Denn genau diese Patienten sind es, die grundsätzlich bereits größere Definite aufweisen und deren Zahl demographisch in Zukunft eher steigen wird.

Behandlungen dieser Klientel erfordern einen wesentlich höheren Kommunikations- und Versorgungsaufwand oder sind häufig gar nur unter Vollnarkose möglich. Vor allem im Pflegebereich mehren sich altersbedingte Erkrankungen wie Parodontitis, Karies oder freiliegende Zahnwurzeln, die eine regelmäßige und kontinuierliche Betreuung erforderlich machen.

Ein entsprechendes Vorsorgekonzept wurde von den Fachvereinigungen mittlerweile entwickelt. Allerdings bedarf seine Umsetzung der Mithilfe des Gesetzgebers.

In Zeiten leerer Kassen und ständig steigender finanzieller Belastungen in Form von Zuzahlungen für die Patienten bleibt abzuwarten, was aus diesem schlüssigen Vorsorgekonzept werden wird. Wir werden zu gegebener Zeit wieder berichten.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 27.08.2010)

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