Zahnbürste: Oszillierend oder Ultraschall?

Ihr Entscheidung für die elektrische Variante der Zahnbürste ist gefallen, da die Handputztechnik nicht wirklich Ihre ist. Dann sollten Sie jetzt überlegen, welche Art von elektrischer Bürste Sie wählen – die mit rotierenden Bürstenköpfen (oszillierend) oder die mit Ultraschall (Sonic)?

Wie bei so vielen Dingen in unserer europäischen Überfluss-Gesellschaft ist auch die Wahl der elektrischen Zahnbürste nicht so einfach, wie man sich das so vorstellt, bevor man von der Modellvielfalt auf diesem Gebiet schier erschlagen wird.

Da gibt es die mit rotierenden Bürsten – auch Oszillierende Zahnbürsten genannt. Und es gibt seit geraumer Zeit auch solche, die mit Ultraschall arbeiten – die Sonic-Varianten. Es gibt einfache Modelle mit schmalen und breiteren Bürsten und es gibt solche mit integriertem Timer. Klar: Die Ausstattung ist nicht zuletzt auch eine Frage des Preises. Die oszillierenden Bürsten haben den ganz klaren Vorteil kleiner, meist runder Bürstenköpfe, die mit einer Frequenz von 60 bis 80 Hertz auch schwer zugängliche Bereiche des Gebisses sehr gut reinigen. Nachteil dieser kleinen Bürstenköpfe: Jeder Zahn muss einzeln gereinigt werden, will man ein Putzergebnis entsprechend der herkömmlichen Handzahnbürste erreichen. Um auch in die Zahnzwischenräume zu gelangen, sind Schwenkbewegungen erforderlich. Ein zeitlicher Vorteil gegenüber der Handbürste kann meist nicht erreicht werden. Allerdings fällt die feinmotorische Arbeit, die bei den Handgeräten erforderlich ist größtenteils weg. Preislich liegen die Geräte mit oszillierenden Bürstenköpfen zwischen 50 und 100 Euro.

Die Handhabung der Ultraschall-Bürsten ist dagegen wesentlich unkomplizierter. Allerdings können schwer zugängliche Stellen im Gebiss mit den etwas größeren Bürstenköpfen oftmals schlechter erreicht werden. Solche Geräte gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, die mit Frequenzen im Bereich von 200 bis 500 Hertz – das entspricht bis zu 30000 Bewegung in der Minute – oder gar im echten Ultraschallbereich (zwischen 16 Kilo- und 1,6 Gigahertz) arbeiten. Wichtig bei der Wahl des Gerätes ist hingegen nicht unbedingt ein hoher Hertz-Bereich, sondern die Auslenkung der Borstenenden (Amplitude), die bei etwa vier Millimetern liegen sollte. Der Vorteil dieser Bürsten liegt ganz klar im zeitlichen Bereich: Im Vergleich zur Handzahnbürste werden in derselben Zeit wesentlich bessere Putzergebnisse erzielt. Ihr Nachteil liegt ganz klar im Preis: Mit 100 bis 150 Euro sind Sie dabei.

Bei beiden elektrischen Varianten sind vor allem die Ersatzputzköpfe richtig kostspielig: Bei den oszillierenden Geräten liegt man für ein Achter-Ersatzpack bei circa 35 Euro; bei den Schallköpfen sind es pro Viererpack gar circa 20 Euro.

Empfehlenswert ist in jedem Fall ein integrierter Timer, der Ihnen anzeigt, wann Sie welche Strecke des Gebisses geschafft haben. Die Geräte arbeiten hier allerdings auch mit unterschiedlichen Zeiten. Manche brummen nach der „Bearbeitungszeit“ einer Kieferhälfte, andere nach einem gesamten Kiefer, wieder andere erst nach dem gesamten Gebiss. Hier sollten Sie in jedem Fall die Bedienungsanleitung eingehend studieren.

Unser Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt doch einfach vor dem Kauf einmal ausführlich beraten. Er kennt Ihr Gebiss und kann in der Regel auch Ihre Putz-Fähigkeiten ganz gut einschätzen. Vielleicht sind Sie ja doch ein Fall für die „ganz normale“ Handzahnbürste?"

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 16.08.2010)

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