Bleaching: Risiken und Nebenwirkungen

Da das Bleichen der Zähne nur mit wirklich aggressiven chemischen Mittelchen funktioniert, bedarf es stets der vorherigen Nutzen-Risiko-Abwägung. Zudem ist es selbst dem Fachmann – dem Zahnarzt – nicht immer möglich, alle Zähne gleichmäßig zu bleichen. Daher sollten Sie als aufgeklärter Patient bereits vor einem Gespräch mit Ihrem Zahnarzt über eine solche Behandlung möglichst viel über die Risiken und Nebenwirkungen wissen.

Zunächst: Das Bleachen gesunder Zähnen ist – eine richtige Anwendung immer vorausgesetzt - nach heutigem Stand der Dinge ungefährlich für Zähne, eventuell vorhandene Füllungen oder das Zahnfleisch. Mögliche Nebenwirkungen, wie Zahnfleischreizungen, oder einer erhöhte Sensibilität der Zähne und Zahnhälse sind allerdings nicht ausschließbar. Allerdings klingen diese in der Regel nach dem Absetzen des Bleichmittels relativ schnell wieder ab.

Schwieriger ist es da mit einer bestehenden Karies, die wohl möglich noch nicht entdeckt wurde. Hier kann im schlechtesten Fall der Zahnnerv geschädigt werden.

Außerdem kann es durch das chemische Bleichmittel an gebleachten Zahnoberflächen zu Entmineralisierungen kommen. Da das Bleaching noch nicht so lange durchgeführt wird, liegen bisher keine Erkenntnisse vor, ob sich der Zahn hiervon wieder erholt. Um Folgeschäden möglichst zu vermeiden, wird in der Zahnarztpraxis nach dem Bleaching in der Regel vorsorglich ein Fluoridgel auf die Zähne aufgebracht.

Auch ein „toter“ – also Wurzel behandelter – Zahn kann gebleicht werden. Allerdings bedarf es hierfür in jedem Fall der Konsultation des Zahnarztes. Dieser öffnet den toten Zahn und legt für drei bis fünf Tage einen mit Wasserstoff-Peroxid getränkten Wattebausch in die obere Höhle des Zahnnervs. Ist der Zahn dann quasi von innen gebleicht, wird die Öffnung mit einer herkömmlichen Füllung geschlossen.

Ob beim Zahnarzt oder daheim in Eigenregie: Das Bleichen der Zähne sollte maximal zweimal im Jahr durchgeführt werden. Die entstehenden Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen – da reiner Luxus - nicht übernommen. In der Praxis durchgeführt, muss man mit +/- 300 Euro und 30 bis 70 Euro pro Zahn rechnen.

Wenn Sie nun über ein Aufhellen Ihrer Zähne nachdenken, sollten Sie bei Ihrem nächsten Zahnarztbesuch in jedem Fall eine ausführliche Beratung anmelden.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 06.08.2010)

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