Xylit, wieder mal in aller Munde!

Wenn den Menschen nichts Neues mehr einfällt, kehren sie häufig zum Altbewährten zurück. Genau das geschieht momentan in der Kaugummi-Industrie. Plötzlich prangt auf vielen neuen Verpackungen nämlich klar und deutlich lesbar (was ja bei der Schriftgröße der Inhaltsstoffe nicht immer so klar ist) XYLIT oder XYLITOL. Tatsächlich also nicht wirklich was Neues – aber gut ist es dennoch.

Xylit, Xylitol oder auch die E-Nummer 967 ist ein Zuckeralkohol und gilt als wahrer Karieskiller. Und das nicht erst, seit die Kaugis in neuen Verpackungen in den Regalen liegen.

Bereits in den 70er Jahren fanden finnische Forscher durch Zufall (sie waren aufgrund akuten Zuckermangels im Land auf der Suche nach einem Ersatzstoff) heraus, dass dieser Stoff den Kariesbakterien das Leben mächtig erschwert. In natürlicher Form kommt der - auch als Holzzucker bekannte Stoff - in einigen Baumrinden und einigen Obst- und Gemüsesorten vor. Sogar in der menschlichen Leber wird er in geringen Mengen hergestellt.

Xylit sieht aus wie feiner Zucker und schmeckt tatsächlich auch so. Im Abgang entwickelt er auf der Zunge einen leicht mentholartigen Geschmack, der quasi die frische Brise gleich noch zusätzlich in den Mund zaubert.

Kariesbakterien halten diesen zuckerähnlichen Stoff für echten Zucker. Haben sie ihn allerdings erst einmal verschlungen – denn sie lieben ja bekanntlicherweise alles Süße – blockieren sie mit dem Xylit ihren Stoffwechsel und müssen leider sterben. Schade für die kleinen Kerlchen – gut für unsere Zähne.

Wie so vieles Gutes, ist diese Wirkung aber leider nicht von Dauer. Denn übrig gebliebene Kariesbakterien vermehren sich ungestüm weiter. Stets und ständig kommen außerdem neue hinzu. Die Wirkungsdauer von Xylit ist zudem relativ kurz. Um einen effektiven Kariesschutz mittels xylithaltigem Kaugummi erzielen zu können, empfehlen Fachleute mindestens drei bis vier Kaugummis über den Tag verteilt zu kauen. Dabei sollte der Xylit-Anteil der Gummis mindestens bei fünf Prozent liegen.

Mittlerweile gibt es im Handel auch Xylit-Pulver, welches etwas günstiger ist, als die Kaugummis. Dieses hilft am besten nach dem Zähneputzen und sollte mindestens fünf Minuten im Mund behalten werden.

Leider, leider – auch der Karieskiller Xylit kann nach wie vor nicht die gute alte Zahnbürste ersetzen. Dennoch: Schauen Sie bei Ihrem nächsten Supermarkt-Besuch doch einmal nach den neuen Kaugummis. Bestimmt gibt es auch einen in Ihrer Lieblings-Geschmacksrichtung...

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 21.07.2010)

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