Zahngesunde Bakterien zum Lutschen

Wie Sie wissen, fördert Kaugummikauen – selbstverständlich nur zuckerfreies – die Speichelbildung und kann daher die Zahnreinigung unterstützen. Dasselbe gilt für zuckerfreie Lutschbonbons. Nun gibt es seit einiger Zeit beide Varianten zudem noch versetzt mit zahngesunden Bakterien. Die ultimative probiotische Waffe gegen Plaques und Co. scheint damit geboren, oder?

Die neuartigen, probiotischen (aus dem Griechischen von pro bios = für das Leben) Kau- bzw. Lutsch-Bonbons gibt es mittlerweile von einigen Anbietern. In allen sind dieselben Inhaltsstoffe – nämlich zwei sich ergänzende Stämme des Lactobacillus reuteri Prodentis – der natürliche Gegner des Karies verursachenden Bakteriums Streptococcus mutans.

In natürlicher Form sind diese Lactobazillen im Speichel und im Darm sowie in der Muttermilch enthalten. Bekannt ist, dass sie sich positiv auf eine gesunde Mund- und Darmflora auswirken. Eine sehr hilfreiche Wirkung dieser Bakterien ist beispielsweise bei den Dreimonats-Koliken der Neugeborenen nachgewiesen.

Nun ist es Wissenschaftlern gelungen, diese Bakterien in minzig wohlschmeckende Kaugummis bzw. ebenso schmeckende Lutschbonbons zu „verpacken“, mit denen die Zahnpflege optimiert werden soll. Einfach ein Bonbon gelutscht oder ein Kaugummi gekaut und schon werden der Mundflora die maximal wichtigen Bakterienstämme zugeführt und zudem der Atem erfrischt.

Durch die Besiedelung mit den „guten“ Bakterien, sollen Zahnerkrankungen wie Zahnfleischbluten und Zahnfleischentzündungen vorgebeugt werden. Auch die Bildung von Plaques wird Dank der enthaltenen bakteriellen Helfer gehemmt. Kariogene Bakterien haben daher eine geringere Angriffsfläche. Als Folge können diese probiotischen Süßigkeiten wohl auch als unterstützende Kariesprophylaxe angesehen werden.

Leider ist das Ganze – wie viele guten Dinge - nicht wirklich preiswert. Die Preisspanne der Kaugummis oder Lutschbonbons geht von ca. 10 bis ca. 20 Euro für 30 Stück. Nach Herstellerempfehlung sollten zwei bis vier Drops pro Tag gelutscht oder gekaut werden, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen. Und das geht dann echt schnell richtig ins Geld.

Dennoch: Wir meinen, dies ist eine Entwicklung in die richtige Richtung. Zunächst können diese probiotischen Helfer zwar nur als unterstützende Zahnpflege eingesetzt werden. Denn die mindestens zweimal täglich zum Einsatz kommende Zahnbürste mit dem anschließenden Fädeln und/oder einem guten Mundwasser können sie momentan noch nicht ersetzen. Aber: Vielleicht bringt die weitere Forschung ja doch irgendwann einmal die perfekte Zahnpflege-Tablette, die dann sogar die gute alte Zahnbürste vollkommen überflüssig macht? Warten wir es ab.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 02.07.2010)

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