Stevia - zahnschonendes Süßungsmittel

Stevia rebaudiana – die grüne, zuckersüße Pflanze aus Südamerika kennen viele deutsche Bioladen-Fans als „Badezusatz“ oder „Tiernahrung“. Denn ausschließlich als solche durfte sie bisher in Deutschland verkauft werden. Dass sie in Amerika und er Schweiz bereits seit geraumer Zeit als kalorienfreies und absolut Zahn schonendes Süßungsmittel zum Einsatz kommt, interessierte hier bisher niemanden. Aber: Das wird sich nun ändern.

Endlich ist es soweit – auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kann sich scheinbar nicht mehr länger vor der Zulassung der Grünpflanze mit immensem Süßungspotential wehren.

Stevia, Süßblatt oder auch Honigkraut wurde Mitte April endlich auch für die EU als unbedenkliches, kalorienfreies und zahnschonendes Süßungsmittel deklariert. Allerdings sollte der Konsum des Rebaudiosid A enthaltenden Süßungsmittels auf vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht beschränkt werden. Das bedeutet schlichtweg, dass ein 65 Kilogramm schwerer Mensch 80 Gramm Zucker durch Steviosid ersetzen dürfte, ohne gesundheitliche Schäden zu riskieren. Das sind immerhin satte 30 Stück Würfelzucker! J

etzt werden dann wohl auch die Stevia-Limonade aus der Schweiz sowie andere Stevia-Limos dieser Welt (Coca Cola hat bereits eine Sprite Green, Pepsi eine PureVia) bald in unseren Supermarkt Regalen Einzug halten. In den USA ist seit Längerem schon das in Tütchen verpackte Truvia als Zuckerersatz in den Regalen zu finden.

Die Ärzte und Zahnärzte dieser Welt freut es: Zum einen stecken sie immense Hoffnungen in die Kalorienfreiheit der Süße, zum anderen erhoffen sich die Zahnärzte wesentlich weniger Kariesbefall durch diese „ohne-Zucker-Bombe“. Wir werden sehen, ob die Erwartungen auf ein dauerhaft schlankes und kariesfreies Leben Dank Stevia erfüllt werden können.

Der Umgang mit dem grünen Blatt oder dem zermahlenen weißen Pülverchen verlangt etwas Fingerspitzengefühl. Schließlich verfügt das grüne Blatt über 30 mal mehr Süße als ein herkömmlicher Rübenzucker. Das Pulver ist gar 150 bis 300 mal süßer.

Aber gottlob gibt es ja das Internet. Hier finden sich mittlerweile auf zahlreichen Seiten Rezepte mit dem natürlichen Süßstoff bis zum Abwinken. Probieren Sie es doch einfach mal aus? Ihre Zähne werden es Ihnen in jedem Fall danken.


Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 11.06.2010)

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