Amalgam-Sanierung – Ablauf und Kosten

Wenn Sie demnächst planen, Ihre alten Amalgamfüllungen durch weniger umstrittene Alternative ersetzen zu lassen, sollten Sie informiert in das Gespräch mit Ihrem Zahnarzt gehen. Daher möchten wir Sie grob über den Ablauf einer solchen Sanierungsmaßnahme informieren. Z

unächst werden schrittweise und unter besonderen Schutzmaßnahmen für Patient und Zahnarzt (Nasenmaske, spezielle Absaugung zur Reduzierung der Schleifstaub- und Dampf-Belastungen, gegebenenfalls sogar ein sogenannter Kofferdamschutz – ein Gummituch, welches über die Zähne des Patienten gespannt wird, um Schleifpartikel nicht in die Mundhöhle gelangen zu lassen) die Amalgamfüllungen entfernt. So es möglich ist, versuchen die Behandler dieses sogar ausschließlich mit mechanischen Gerätschaften, um hohe Temperaturen und damit verbundene stärker auftretende Dämpfe beim Bohren so weit wie möglich zu vermeiden.

Die Zähne werden anschließend mit einem Spezialzement provisorisch gefüllt. Dieser spezielle Zement entgiftet die Zahnsubstanz zusätzlich von innen und überbrückt die Zeit, die mittels Medikamentengabe zur Ausleitung der Schwermetalle aus dem Körper benötigt wird. Bei extrem belasteten Patienten kann es sogar erforderlich sein, dieses Provisorium mehrfach zu erneuern. Der Zahnarzt erkennt dies an der einer schwarzen Verfärbung der Unterseite des Zementes.

Ist die begleitende Ausleitungstherapie schließlich abgeschlossen, kann mit der endgültigen Versorgung der Zähne – mit Compositen, Kunststoffen oder Inlays begonnen werden. Da die Kosten einer solchen Amalgam-Sanierung in der Regel nicht von den Gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, hier ein Überblick:

  • Entfernung von Amalgamfüllungen mit besonderen Schutzmaßnahmen inklusive einer provisorischen Zementfüllung je nach Füllungsfläche (ein- bis dreiflächig) = circa 45 bis 80 Euro pro Zahn

  • Composite- oder Ormocere-Füllungen (Eigenanteil nach Kassenleistung) wieder je nach Füllungsfläche = 40 bis 80 Euro pro Zahn

  • Inlays je nach Ausführung (Keramik, Gold, oder andere) = 250 bis 700 Euro pro Zahn

  • Materialtestungen = circa 50 Euro

  • Zahnherdtest = 80 bis 150 Euro

  • Kompletter Störfeldtest je nach Aufwand und Krankheitsbild = 180 bis 300 Euro.


Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 10.05.2010)

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