Amalgamsanierung: Wann zahlt die GKV?

Grundsätzlich finanziert die Gesetzliche Krankenkasse eine Entfernung der alten Amalgam-Zahnfüllungen – also die Amalgam-Sanierung – nicht. Aber: Keine Regel ohne Ausnahmen – und die schauen wir uns mal an.

Statistisch nachgewiesen ist mittlerweile, dass Menschen mit Amalgamfüllungen deutlich häufiger an chronischen Krankheiten leiden, als Menschen mit anderen Zahnfüllungs-Alternativen. Allerdings: Nicht bei allen chronisch Kranken sind die Füllungen der Grund für die Erkrankung. Dennoch: Verständlich, dass viele Amalgam-Träger ihre alten Füllungen gern durch weniger umstrittene Materialien ersetzt bekämen.

Die Gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an den Sanierungskosten dieser Amalgamfüllungen

  • wenn eine Amalgam-Unverträglichkeit durch einen Allergologen bestätigt wird,

  • bei Menschen mit Nierenfunktionsstörungen,

  • bei Füllungen im Frontzahnbereich und

  • bei Schwangeren.


Allerdings beinhaltet eine richtige Amalgamsanierung nicht nur das Entfernen und Ersetzen der alten Füllungen, sondern auch eine Ausschwemmung der schädlichen Schwermetall-Depots im Körper. Und genau diese Kosten der absolut erforderlichen alternativmedizinischen Ausleitungstherapie zahlen die Gesetzlichen Krankenkasse leider in keinem Fall.

Leider ist auch der Nachweis einer Amalgam-Unverträglichkeit nicht unbedingt der einfachste. Zunächst sollte mittels eines standardisierten Urintests (zum Beispiel Toxitest) die Schwermetallkonzentration im Körper bestimmt werden. Meist ergeben die daraus resultierenden Ergebnisse, dass ein klassischer Allergietest (Epikutantest) sinnvoll wäre. Denn die Bescheinigung einer sogenannten Typ-IV-Allergie – die nur aufgrund des Epikutantests erfolgen kann - entscheidet über die Höhe des Zuschusses der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Sollten Sie also noch Amalgamfüllungen im Mund haben und möchten diese saniert bekommen, sollten Sie zunächst einen Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen und sich beraten lassen. Bestimmt kann er Ihnen auch einen entsprechenden Allergologen für die erforderlichen Nachweise und einen kundigen Zahnarzt für die spätere Sanierung empfehlen. Für die wichtige Ausleitungstherapie der Schwermetalle aus Ihrem Körper müssen Sie die klassische Medizin in der Regel allerdings verlassen und sich unter die Fittiche eines naturheilkundlich bewanderten Behandlers begeben.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 06.05.2010)

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