Prothesen-Haftcremes – eine Gesundheitsgefahr?

Sind Sie Prothesenträger? Dann kennen Sie sicherlich die Problematik mit der Haftung Ihrer „Dritten“. Auch wenn der Zahnarzt und der Zahntechniker perfekte Arbeit geleistet haben, kommt es vor allem in der ersten Phase des Tragens der Dritten häufig zu Haftungsproblemen. Allein der Griff zur Haftcreme schafft oftmals Abhilfe. Nun sind diese häufig verwendeten Cremes allerdings etwas in Verruf geraten.

Haftcremes für Prothesen sind eine ganz wunderbare Sache – vor allem in der Startphase mit den neuen, ungewöhnlichen dritten Zähnen haben viele Prothesenträger Probleme mit der Haftung: Sei es aufgrund des oft ungewöhnlich starken Speichelflusses oder aufgrund komplizierter Kieferstellungen. Daher bietet sich der Griff zu einer der mannigfaltig auf dem Markt verfügbaren Haftcremes geradezu an. Lediglich eine dünne Schicht der Creme auf die Prothese aufgebracht – und schon klappt das - Dank der Quellstoffe der Creme - mit der Haftung und dem Schutz vor lästigen Druckstellen. Außerdem verhindert die Creme, dass Speisereste unter die Prothese gelangen und dort für unangenehmen Druck sorgen.

Zusätzlich verschaffen weitere Bestandteile der Haftcremes ein frisches Gefühl im Mund. Viele verhindern zudem die schnelle Bakterienansiedlung an den Dritten. Nun stellte sich allerdings heraus, dass ein vermehrter (meist nicht der Packungsbeilage entsprechender) Gebrauch dieser Cremes zu einer übermäßigen Belastung und Einlagerung von Zink im Körper führen kann. Neurologische Störungen wie Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Armen und Beinen, Gleichgewichtsstörungen oder Probleme beim Gehen sowie Blutarmut (Anämie) können Zeichen einer solchen übermäßigen Zinkanreicherung sein. Auch ein metallischer Geschmack im Mund, Übelkeit oder Kopfschmerz könnten auf einen gestörten Kupfer-Eisenhaushalt aufgrund der Zinkbelastung hinweisen.

Namhafte Hersteller der Haftcremes wie GlaxoSmithKline haben direkt gehandelt und schnellstens sämtliche zinkhaltigen Haftcremes vom Markt genommen. Auch wenn sie beteuern, dass bei einer Anwendung entsprechend der Packungsbeilage, keine Gesundheitsgefahren durch eine vermehrte Zinkanreicherung auftreten dürften.

Sicherheitshalber raten sie langjährigen Nutzern dieser zinkhaltigen Cremes, bei auftretenden Beschwerden einen Arzt zu konsultieren und künftig auf die zinkfreien Alternativen zurückzugreifen.

Beste Abhilfe gegen eine schlecht sitzende Prothese kann unserer Meinung allerdings nur Ihr Zahnarzt schaffen. Scheuen Sie sich nicht, bei Haftungsproblemen Ihren Behandler auch mehrfach aufzusuchen. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten ist es fast immer möglich, auch mit den Dritten einen sicheren und haftenden Biss zu haben.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 19.04.2010)

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